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Konzertcollage
aus Originalwerken, Fragmenten, Versatzstücken
und Improvisationen.
Im
Rahmen von ON – Neue Musik Köln
-gefördert
durch das Netzwerk Neue Musik der Bundeskulturstiftung
sowie die Stadt Köln und die RheinEnergie
Stiftung Kultur.
mit Flautando
Köln: Katharina Hess, Susanne Hochscheid,
Ursula Thelen, Kerstin de Witt – Blockflöten
Duo Incontri: Barbara Rosnitschek
– Altflöte/Flöte; Claudia Schott
- Klavier Duo Voronin/Mozarev:
Vassili Voronin – Violine; Dmitri Mozorov
– Klavier Sascha Dragicevic und
Christoph Maria Wagner – Klavier
Werke
von Sascha
Dragicevic, Tristan Murail, Stefan Thomas,
Vassili Voronin, Christoph Maria Wagner
.
„Lamento in Spiegelform“ - unser
Konzert am Sonntag, 11. April 2010 in der Aula Sankt
Aposteln -ist eine Konzertcollage, die Brücken zwischen
drei musikalischen Welten schlägt und dabei überraschende Verwandtschaften
offenlegt. Im Mittelpunkt steht der Cellist Martin Burkhardt - und vor
allem sein Instrument, das Violoncello, in seinen zeittypischen
Varianten: Das Barockcello mit seinem fragilen, diskreten Timbre; der heute
vergessene romantische Ableger„Arpeggione“,
ein Gitarre-Cello-Hybrid, dessen warmer, voller Klangin der gleichnamigen Sonate von Franz Schubert
verewigt wurde; und das moderne Cello mit seinen vielfältigen Klang- und Spielmöglichkeiten.
Johann Jakob Frobergers „Lamento sopra la dolorosa perdita del
Ferdinando IV“ bildet Ausgangs- und Endpunkt des Programms. Mit seiner modalen
Harmonik und expressiven Chromatik setzte Froberger in Sachen Ausdrucksmusik Standards,
die bis in die Spätromantik hinein kaum übertroffen wurden. Die Cembalistin
Tatjana Vorobjova wird dieser Expressivität nachspüren.
Kernstück des Abends ist zweifelsohne Schuberts „Arpeggione“-Sonate, die
oft zu hören ist, aber selten auf dem Instrument, dem das Werk seinen Namen
verdankt. Martin Burkhardt bietet mit seinem Arpeggione die rare Gelegenheit, das
bekannte Werk neu zu entdecken und dabei den Espressivo-Faden, den Froberger
vorgelegt hat, weiterzuspinnen. Ihn begleitet am Tafelklavier die Pianistin
Claudia Schott.
Expressivität im konzentrierten kleinen Format bieten die beiden
Instrumentalzyklen des zeitgenössischen Kölner Komponisten Stefan Thomas. Seine
„Four Toys“ für Cembalo, die er selbst spielen wird, beziehen sich ausdrücklich auf frühbarocke Cembalomusik
(genauer gesagt auf englische Virginalmusik) – aber nicht etwa in Form von
Zitaten oder stilistischen Anleihen. Vielmehr sucht Thomas nach modernen
Entsprechungen für die Raffinesse und spielerische Gewitztheit, die viele
Instrumentalstücke dieser Zeit auszeichnet. Sind die „Four Toys“ eigenständige
Miniaturen, so sind die Einzelsätze von „Catena“ für Violoncello hingegen
thematisch eng aufeinander bezogen und erwachsen alle aus demselben motivischen
Material. Dies geschieht zwar nicht in der konsequenten polyphonen Strenge wie
im Ricercare Nr.7 Domenico Gabriellis, „Catena“ (italienisch für „Kette“) verbindet
aber die beiden gegensätzlichen barocken Prinzipien von formaler Stringenz und
freier suitenartiger Reihung.
Es erwartet Sie also wieder ein anregendes Programm, zu dem wir Sie herzlich
einladen !
Die Time Warp Concerts sind eine Konzertreihe im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl
von der Bundeskulturstiftung als auch vom Kulturamt
der Stadt Köln und von der RheinEnergie
Stiftung Kultur gefördert.
Am Freitag, 17.
Oktober 2008, um 20:00 Uhr, erklang wieder ein Konzert aus unserer Reihe der „Time Warp
Concerts“, die wir im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerks Neue Musik unter dem Dach des
Kölner Trägervereins ON – Neue Musik Köln
veranstalten. Wir gehören mit dieser Konzertreihe der Sektion „Neue Musik
plus“ an, denn wir wollen in jährlich zwei Konzerten Alte Musik und Neue Musik
in unterschiedlichen, möglichst aufregenden Konstellationen aufeinander treffen
lassen.
Dies gilt wohl uneingeschränkt und in besonderem
Maße für das zurückliegende Konzert, das zwei Instrumente zusammen brachte, die auf den
ersten Blick höchst unterschiedlich, tatsächlich aber engste Verwandte sind: Hackbrett und Hammerklavier nutzen ähnliche Materialien und Techniken zur
Klangerzeugung, sind sich klanglich näher als man vermuten möchte - und
gerieten gemeinsam mit der Entwicklung des modernen Klaviers bzw.
Konzertflügels in Vergessenheit.
Unser Konzert rief dies in Erinnerung,
stellte die beiden Instrumente einander gegenüber und präsentierte sie im Kontext ihrer
musikgeschichtlichen Entwicklung. Dazu haben wir ebenso renommierte wie
virtuose Fürsprecher gewinnen können: Das Hammerklavier wurde vertreten durch Gerald Hambitzer, Professor an der
Kölner Musikhochschule und einer der international führenden Virtuosen auf dem Hammerklavier;
das Cimbalom wurde uns vorgestellt durch Eniko
Ginzery, die vielfach ausgezeichnete ungarische Instrumentalistin, die mit
ihrem hochvirtuosen Spiel auf den Konzertbühnen in aller Welt für das Cimbalom
eintritt. Sie wurde unterstützt von der Geigerin Mariko Matsumoto, mit der sie die
kammermusikalische Seite des Cimbalom ausleuchtete.
Zur Aufführung kamen dabei sowohl Werke aus der
Vorklassik als auch zeitgenössische Kompositionen. Während uns das
Hammerklavier mit Carl Philipp Emmanuel
Bach einen Komponisten entdecken liess, dessen Originalität in seiner Zeit
wohl einzigartig war (nicht zuletzt stammt von ihm eines der wenigen Duos für Hammerklavier und Hackbrett!),
stellte das Hackbrett unter Beweis, das es unter zeitgenössischen Komponisten
einen Teil seiner früheren Beliebtheit wieder zurückerobert hat – nämlich mit Werken von György Kurtág, István Láng, und Hans
Joachim Hespos.
Die Time Warp Concerts sind eine Konzertreihe im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl
von der Bundeskulturstiftung als auch vom Kulturamt
der Stadt Köln und von der RheinEnergie
Stiftung Kultur gefördert.
Am
Freitag, 25. April 2008, 20:00 Uhr, spielte das e-mex neue musik ensemble in
großer Besetzung auf. Unter der Leitung von Christoph Maria Wagner
standen im
ersten Teil Vokalzyklen für Sopran und Ensemble von Sascha Dragicevic
und
Christoph Maria Wagner auf dem Programm. Als Solistin konnten wir unser
langjähriges Mitglied Marlene Mild gewinnen, die unlängst an der Oper
Nürnberg als
Melusine in der gleichnamigen Oper
von Aribert Reimann einen bundesweit viel beachteten Erfolg feierte.
Die Stücke
von Dragicevic und Wagner sind musikalische Auseinandersetzungen mit
der
französischen Schule der Musique spectrale. Zwei Werke von Komponisten,
die den
so genannten Spektralismus wesentlich mitgeprägt haben, standen deshalb
am
Anfang und am Schluss dieses Konzertes. Vom Franco-Kanadier Claude
Vivier war zu Beginn das Klavierstück Pianoforte
zu hören. Die zweite Konzerthälfte war dem großartigen Vortex
Temporum für Klavier und Quintett gewidmet. Inmitten dieses Wirbels der Zeiten steht
der virtuose
Klavierpart, der von Martin von der Heydt gespielt wurde.
Am
Sonntag, 4. Mai 2008, erneut um 20:00 Uhr, begann unsere
Reihe der „Time Warp Concerts“, die wir im Rahmen des von der
Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerks
Neue Musik unter dem Dach des Kölner Trägervereins ON
– Neue Musik Köln veranstalten. Wir gehören mit dieser
Konzertreihe der Sektion „Neue Musik plus“ an, denn wir wollen in
jährlich zwei
Konzerten Alte Musik und Neue Musik in unterschiedlichen, möglichst
aufregenden
Konstellationen aufeinander treffen lassen. Für das erste Konzert
konnten wir
das Ensemble Flautando Köln
gewinnen. Das renommierte Blockflötenquartett ist vor allem für seine
virtuosen, frischen und frechen Interpretationen der Musik zwischen
Hildegard
von Bingen und Johann Sebastian Bach bekannt. Seit Jahren lassen sich
die vier
Musikerinnen jedoch auch von zeitgenössischen Komponisten neue Werke
schreiben
– trotz des hartnäckigen Desinteresses von Seiten der allermeisten
Veranstalter. Für unser Konzert am 4. Mai rückte Flautando
Köln erstmals eine Auswahl seines zeitgenössischen
Repertoires in den Mittelpunkt des Programm und stellte jedem Stück
eines
lebenden Komponisten ein Werk eines im Schnitt bereits seit 600 Jahren
verblichenen Kollegen gegenüber. Da die Damen hier mit Sachverstand und
Geschick vorgingen ergaben sich daraus überraschende Einblicke in die
musikalischen Strukturen. Ein ästhetischer Dialog über Jahrhunderte
hinweg –
und ein Ohrenschmaus für alle, die jetzt und heute dabei dabei waren.
Die Time Warp Concerts sind ein Konzertprojekt im
Rahmen von ON – Neue Musik Köln und
werden sowohl von der Bundeskulturstiftung/Netzwerk Neue Musik
als auch vom Kulturamt der Stadt Köln und von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert.
Mit
herzlichen Grüssen und in der
Hoffnung, Sie bei einem der kommenden Konzerte begrüßen zu dürfen
In Memoriam
- Ein Konzert zum Totensonntag „In Memoriam“ überschreiben Sven Polkötter
(Schlagzeug) und Marc Awolin (Klavier)
ihr außergewöhnliches Duo-Programm für Schlagzeug und Klavier. Nicht ohne Grund
fällt der Abend zeitlich in das Umfeld des Totensonntags, denn die Werke des
Programms sind dem Gedenken an in den letzten beiden Jahrzehnten verstorbene
Musiker gewidmet oder thematisieren in anderer Weise Tod
und Vergänglichkeit. Das Konzert mit Werken von Peter Eötvös,
Steingrimur Rohloff, Peter Jan Wagemanns
und Marc Awolin können Sie hören
am Montag, 26. November 2007 - ab
20.30 Uhr im Loft (Wissmannstraße
30, 50823 Köln).
Am Freitag, 16. März 2007, haben wir ab 19:30 Uhr
in der Aula des Apostelgymnasiums (Biggestr. 2, Köln) unserem im
vergangenen Jahr verstorbenen Mitglied Lebrecht Hoffmeyer gedacht. Und
zwar in einer Weise, die Lebrecht Hoffmeyer sicher gefallen hätte: mit Musik
von Komponisten die er schätzte (Leos Janacek, Stefan Thomas und Christoph Maria
Wagner), mit instrumentalen und vokalen Kompositionen von Lebrecht Hoffmeyer
selber und mit einer ihm gewidmeten Kammerkantate von Ferdinand Henkemeyer. Es
spielte das Ensemble Klang Köln, es sang die Cappella Cöln, die Leitung hatte
Ferdinand Henkemeyer.
Am Donnerstag, 29. März
2007, gastierte um 20:00 Uhr das Trio Okazaki im Loft
(Wißmannstr. 30, Köln) und beehrte Klang Köln nun bereits
zum dritten Mal mit einem
Besuch. Gemeinsam mit der Pianistin Etsuko Okazaki und dem Fagottisten
Koji Okazaki (Solo-Fagottist des NHK-Symphonieorchesters, Tokio) war
diesmal der renommierte ungarische Oboist Jósef Kiss zu
hören. In
unterschiedlichen Besetzungen (solistisch, Duo und Trio) erklangen Werke aus vier
Jahrhunderten von Attila Bozay, Aangelo
Morigi, Wolfgang Amadeus Mozart, Françis Poulenc, György Ránki und
Robert Schumann sowie die Uraufführung eines speziell für die diesjährige
Tournee in Auftrag gegebenen Trios unseres Mitglieds Christoph Maria Wagner. Virtuosität und musikalische
Substanz trafen sich bei diesem Abend auf höchstem Niveau !.
«`Ηδιστόν ’ακουσμα –
hädiston akousma»
Unter diesem griechischem Motto
- auf deutsch ungefähr: "Schöner Hören!"
- stand unser letztes Konzert im Jahr 2006:
Donnerstag,
14. Dezember 2006 - 20:30 Uhr Loft– Wißmann Str. 30 – 50823 Köln Eintritt:
10,-/7,50 Euro «`Ηδιστόν ’ακουσμα –
hädiston akousma» Neue
Musik für Flöte, Violoncello und Klavier Trio
IAMA Jannis
Anissegos, Flöte
Maria Anissegou, Cello - Antonis Anissegos, Klavier
Werke
von Antonis Anissegos, Sascha Dragicevic,
Dieter Hermsdorf, Johannes Quint,
Steingrimur Rohloff, Stefan Thomas und Christoph Maria
Wagner
Die Geschwister
Anissegos, in Thessaloniki geboren, haben ihre musikalische Ausbildung
gemeinsam in Griechenland begonnen, bis ihre außergewöhnliche Begabung
sie zunächst über ganz Europa zerstreute: Athen, Budapest, Wien,
Würzburg, Leipzig, Köln, London sind einige der Stationen, an denen
sich die drei Ausnahmemusiker, zumeist gefördert durch renommierte
Stipendien, den letzten Schliff holten, bevor sie sich in Berlin -
neben ihren solistischen Aktivitäten - wieder zu einem festen Trio
zusammenfanden. Unter dem Namen Trio IAMA beschäftigen sich die drei
vielfach ausgezeichneten Künstler vor allem mit der zeitgenössischen
Musik - und zwar mit der gesamten Bandbreite, die für ihre Besetzung
möglich ist. Nicht umsonst legt das Trio darauf Wert, in der Neuen
Musik vor allem originelle Ausdrucksformen zu suchen. Aus diesem Grund
sucht das Ensemble den persönlichen und ständigen Kontakt zu jungen
Komponisten, um sich Werke auf den Leib schneidern zu lassen.
Genau dies war auch bei unserem Konzert der Fall: hier trafen sich
Komponisten aus Köln (Sascha Dragicevic,
Steingrimur
Rohloff, Stefan Thomas, Christoph Maria
Wagner)und Frankfurt (Dieter Hermsdorf, Johannes
Quint)in dem Bemühen, den
Wunsch nach Originalität des Trio IAMA zu befriedigen. Darüber konnten
wir uns nur freuen, denn der Abend wurde dadurch ungemein kurzweilig und
abwechslungsreich - mit insgesamt sieben Werken, die alle in
den letzten drei Jahren geschrieben wurden, darunter vier
Uraufführungen.
Wir danken der SK
Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn für die großzügige Unterstützung.
Klang-Köln
Kammermusikkontraste in der Kölner Musiknacht
Wie schon im letzten Jahr beteiligte
sich Klang-Köln auch am Samstag, 14.
Oktober 2006, an der diesjährigen langen Kölner
Musiknachtmit einem Kammermusikprogramm in der Aula von St. Aposteln.
Die Klang-Köln Musiker Katharina
Hess (Blockflöte), Kalina Kolarova (Violine), Filine
Precht (Traversflöte), Claudia Schott (Klavier),
Elisabeth Wand (Violoncello), Stefan Thomas (Cembalo)
und Christoph Maria Wagner (Klavier) boten einen unterhaltsamen
Mix an "Kammermusikkontrasten"aus vier Jahrhunderten, bei dem die Musik unseres
Jahrhunderts nicht zu kurz kam. Auf dem Programm stand
Claude Debussys Violinsonate, eine Triosonate
für Blockflöte, Traversflöte und Cembalo
von Johann Joachim Quantz, ein neues Klavierstück
von Christoph Maria Wagner sowie der famose Klavierzyklus
"Mana" von Andrè Jolivet, der
bereits bei unserem letztjährigen Jolivet-Portraitkonzert
für Furore sorgte.
Zuvor, ab 22 Uhr, spielte in der
Aula von St. Aposteln auch das dem Verein
seit langem freundschaftlich verbundenen Trio e-mex
mit ihrem Programm "Kölner
Komponisten und Aliens". Joachim
Striepens (Klarinette), Burkhart Zellen (Violoncello)
und Martin van der Heydt (Klavier) führten darin Werke
der Klang-Kölner Komponisten Stefan Thomas
(sein Klarinettentrio "Ernste Gesänge")
und Christoph Maria Wagner sowie der "Aliens"
(=Nicht-Kölner) Gordon Kampe und Yasuko
Yamaguchi auf.
Vierteltöniges
für zwei Klaviere!
Am 14. September 2006, um 20 Uhr, fand im Klavierhaus
Then (Wormser Str. 41-43, 50677 Köln) ein besonderes
Klang-Köln-Konzert statt, das in ungewohnte
Klangwelten entführte: Stefan Thomas und Frank
Zabel stellten an zwei im Viertetonabstand gestimmten
Flügeln Musik im Vierteltonsystem vor. Dabei
erklangen Werke von Iwan Wischnegradski, Claude
Debussy, Hans Peter Reutter, Stefan Thomas, Charles Ives, Igor Strawinski und
Frank Zabel.
Die sog. wohltemperierte Stimmung, auf der
unser Tonsystem in nahezu unveränderter Form seit 250 Jahren basiert, wurde
schon oft von Komponisten, Musik- und Naturwissenschafltern als die best
mögliche Lösung bezweifelt.
Schon Ferrucio Busoni schwärmte in seiner Schrift
„Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ von den Möglichkeiten der weiteren
Unterteilungen des Halbtonschrittes. Die Komponisten Alois Haba, Willy
Möllendorf und Iwan Wischnegradski regten 1911 den Bau eines Vierteltonharmoniums
an und beauftragten 1923 die Firma Förster mit dem Bau eines Vierteltonflügels.
Doch dieses Instrument, das auch eine Umstellung der Klaviertechnik erfordert,
konnte sich nicht richtig durchsetzen.
Um nicht das herkömmliche Instrumentarium
vollständig verwerfen oder umbauen zu müssen (letzteren Weg ging Alois Haba,
wenn er nicht für Streicher komponierte),fand der Komponist Iwan Wischnegradski die praktikablere Lösung, ein
zweites Klavier um einen Viertelton herab zu stimmen.
Das Konzert stellte Werke für diese
Besetzung in den Mittelpunkt, zeigte aber auch die ästhetischen Wurzeln des
mikrotonalen Denkens auf.
Bei Wischnegradski (1893-1979), der als junger
Mann stark unter dem Einfluss Skrjabins stand, ist die Vierteltonmusik eine
mögliche Umsetzung der Idee der Ultrachromatik. Charles Ives „Three quarter-tone pieces“ sind eine Studie
in übersteigerter Alterationsharmonik und auf dem Prinzip der Equidistanz
basierenden Akkorde, beides Tendenzen, die schon die Harmonik der Spätromantik
und des Impressionismus prägten. Neben Skrjabin war es nicht zuletzt Claude
Debussy, der in seinem Werk ganz ähnliche Tendenzen verfolgte, wenngleich sie
sich auf das herkömmliche chromatische System beschränken. Gleichfalls auf der
Grundlage der normalen chromatischen Stimmung experimentierte auch Igor
Strawinski mit harmonischen Erweiterungen. Werke dieser beiden Komponisten der
klassischen Moderne ergänzten das Programm und markierten gewissermaßen den
Ausgangspunkt für die Erweiterung des Tonraums jenseits der wohltemperierten
Stimmung.
Delos Trio - eine vergessene
Besetzung in neuem Licht
Am Donnerstag, 15. Juni 2006,
um 20 Uhr, präsentierte das Kölner
Delos Trio in der Alten Feuerwache eine
aus der Mode gekommene Besetzung: auf dem
Programm standen Werke für Violine,
Violoncello und Gitarre von
Joseph Haydn, Dietmar Berger, Niccolò Paganini,
Stefan Thomas, Wolfgang Fortner, Hans Werner Henze und Klaus Hinrich
Stahmer.
Cellyrics
- eine konzertante Lesung !
Die erste Veranstaltung
in diesem Jahr fand parallel zur LitCologne statt
und war folglich der Begegnung von Literatur und Musik
gewidmet. Am Samstag, 18. März 2006, um 20 Uhr,
begegneten sich unter dem Titel Cellyrics stellvertretend
für ihre Künste die Violoncellistin Arabella
Ristenpart und die Schauspielerin Sybille J.
Schedwill (nicht wie ursprünglich angekündigt
Caroline Schreiber, die wegen Erkrankung leider
absagen musste. Wir freuen uns aber, mit Sybille Schedwill
eine ebenso profilierte Künstlerin gewonnen zu
haben und danken ihr für die engagierte Bereitschaft,
das Projekt zu zu übernehmen).
Der Abend fand mitten in der Kölner Innenstadt,
nämlich auf der Schildergasse, im Cafe Stanton an
der Antoniterkirche, statt. Dank der großzügigen
Unterstützung durch die SK Stiftung Kultur bei freiem Eintritt
!
Die beiden renommierten,
in Köln lebenden Künstlerinnen liessen in ihrem Programm Musik und
Literatur nicht nur aufeinander treffen, sondern strebten eine enge
Verschränkung von Tonkunst und Wortkunst an, wie sie in dieser Form selten
geboten wird. Sie konnten Musik des 20. Jahrhunderts hören, die unmittelbar von
lyrischen Texten inspiriert wurde, und es kamen Texte zum Vortrag, deren Auswahl in Auseinandersetzung mit den Musikstücken erfolgte. Mit
anderen Worten: Rezitation und Instrumentalmusik ergänzten einander, durchdrangen
sich kammermusikalisch und setzten sich gegenseitig ins Licht.
Auf dem musikalischen
Programm standen einige Leckerbissen der Solo-Literatur
für Violoncello des 20. Jahrhunderts: die Suite
op.84 von Ernst Krenek (1939), die Sonate von Jürg
Baur (1994), Auszüge aus den 24 Preludes für
Violoncello Solo von Mirko Dorner (1970/71) sowie die
Fünf Cellostücke auf Texte von Albert Ostermaier
von Stefan Thomas (1992). Als literarische Pendants
wurden neben der sprachgewitzten Lyrik Albert Ostermaiers
vor allem Gedichte von Else Lasker-Schüler und
Ernst Jandl ausgewählt.
Wir erlebten
keine melodramatische Inszenierung,
sondern einen musikliterarischen Dialog des Duos Sybille
Schedwill & Arabella Ristenpart!