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(Letztes Update 01. September 2010)

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Alle Neuigkeiten auf einen Blick:

Freitag, 10. September 2010, 20:00 Uhr
Tersteegenhaus
Emmastr. 6, 50937 Köln

Time Warp Concerts VI
zapping silence…

Ensemble Foliafolie:
Marei Seuthe, Violoncello und Gesang  Angela Eling, Blockflöten
Reinhard Gagel, Klavier, Moog Synthesizer, Zapping-Konzeption

Werke von
John Cage, György Kurtag u.a.

Konzertcollage aus Originalwerken, Fragmenten, Versatzstücken und Improvisationen.

Im Rahmen von ON – Neue Musik Köln - gefördert durch das Netzwerk Neue Musik der Bundeskulturstiftung sowie die Stadt Köln und die RheinEnergie Stiftung Kultur. 

Samstag, 25. September 2010, 19:00 Uhr
WDR Funkhaus, Wallrafplatz 5, 50667 Köln

KÖLNER MUSIK NACHT 2010
"Musik über Musik"

mit
Flautando Köln: Katharina Hess, Susanne Hochscheid, Ursula Thelen, Kerstin de Witt – Blockflöten
Duo Incontri: Barbara Rosnitschek – Altflöte/Flöte; Claudia Schott - Klavier
Duo Voronin/Mozarev: Vassili Voronin – Violine; Dmitri Mozorov – Klavier
Sascha Dragicevic und Christoph Maria Wagner – Klavier

Werke von
Sascha Dragicevic, Tristan Murail,
Stefan Thomas, Vassili Voronin,
Christoph Maria Wagner

.  

 

„Lamento in Spiegelform“  - unser Konzert am Sonntag, 11. April 2010 in der Aula Sankt Aposteln - ist eine Konzertcollage, die Brücken zwischen drei musikalischen Welten schlägt und dabei überraschende Verwandtschaften offenlegt. Im Mittelpunkt steht der Cellist Martin Burkhardt - und vor allem sein Instrument, das Violoncello, in seinen zeittypischen Varianten: Das Barockcello mit seinem fragilen, diskreten Timbre; der heute vergessene romantische Ableger  „Arpeggione“, ein Gitarre-Cello-Hybrid, dessen warmer, voller Klang  in der gleichnamigen Sonate von Franz Schubert verewigt wurde; und das moderne Cello mit seinen vielfältigen Klang- und Spielmöglichkeiten.

Johann Jakob Frobergers „Lamento sopra la dolorosa perdita del Ferdinando IV“ bildet Ausgangs- und Endpunkt des Programms. Mit seiner modalen Harmonik und expressiven Chromatik setzte Froberger in Sachen Ausdrucksmusik Standards, die bis in die Spätromantik hinein kaum übertroffen wurden. Die Cembalistin Tatjana Vorobjova wird dieser Expressivität nachspüren.

Kernstück des Abends ist zweifelsohne Schuberts „Arpeggione“-Sonate, die oft zu hören ist, aber selten auf dem Instrument, dem das Werk seinen Namen verdankt. Martin Burkhardt bietet mit seinem Arpeggione die rare Gelegenheit, das bekannte Werk neu zu entdecken und dabei den Espressivo-Faden, den Froberger vorgelegt hat, weiterzuspinnen. Ihn begleitet am Tafelklavier die Pianistin Claudia Schott.

Expressivität im konzentrierten kleinen Format bieten die beiden Instrumentalzyklen des zeitgenössischen Kölner Komponisten Stefan Thomas. Seine „Four Toys“ für Cembalo, die er selbst spielen wird, beziehen sich ausdrücklich auf frühbarocke Cembalomusik (genauer gesagt auf englische Virginalmusik) – aber nicht etwa in Form von Zitaten oder stilistischen Anleihen. Vielmehr sucht Thomas nach modernen Entsprechungen für die Raffinesse und spielerische Gewitztheit, die viele Instrumentalstücke dieser Zeit auszeichnet. Sind die „Four Toys“ eigenständige Miniaturen, so sind die Einzelsätze von „Catena“ für Violoncello hingegen thematisch eng aufeinander bezogen und erwachsen alle aus demselben motivischen Material. Dies geschieht zwar nicht in der konsequenten polyphonen Strenge wie im Ricercare Nr.7 Domenico Gabriellis, „Catena“ (italienisch für „Kette“) verbindet aber die beiden gegensätzlichen barocken Prinzipien von formaler Stringenz und freier suitenartiger Reihung.

Es erwartet Sie also wieder ein anregendes Programm, zu dem wir Sie herzlich einladen !

Die Time Warp Concerts sind eine Konzertreihe im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl von der Bundeskulturstiftung als auch vom Kulturamt der Stadt Köln und von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert.

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Am Freitag, 17. Oktober 2008, um 20:00 Uhr, erklang wieder ein Konzert aus unserer Reihe der „Time Warp Concerts“, die wir im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerks Neue Musik unter dem Dach des Kölner Trägervereins ON – Neue Musik Köln veranstalten. Wir gehören mit dieser Konzertreihe der Sektion „Neue Musik plus“ an, denn wir wollen in jährlich zwei Konzerten Alte Musik und Neue Musik in unterschiedlichen, möglichst aufregenden Konstellationen aufeinander treffen lassen.

Dies gilt wohl uneingeschränkt und in besonderem Maße für das zurückliegende Konzert, das zwei Instrumente zusammen brachte, die auf den ersten Blick höchst unterschiedlich, tatsächlich aber engste Verwandte sind: Hackbrett und Hammerklavier nutzen ähnliche Materialien und Techniken zur Klangerzeugung, sind sich klanglich näher als man vermuten möchte - und gerieten gemeinsam mit der Entwicklung des modernen Klaviers bzw. Konzertflügels in Vergessenheit.

Unser Konzert rief dies in Erinnerung, stellte die beiden Instrumente einander gegenüber und präsentierte sie im Kontext ihrer musikgeschichtlichen Entwicklung. Dazu haben wir ebenso renommierte wie virtuose Fürsprecher gewinnen können: Das Hammerklavier wurde vertreten durch Gerald Hambitzer, Professor an der Kölner Musikhochschule und einer der international führenden Virtuosen auf dem Hammerklavier; das Cimbalom wurde uns vorgestellt durch Eniko Ginzery, die vielfach ausgezeichnete ungarische Instrumentalistin, die mit ihrem hochvirtuosen Spiel auf den Konzertbühnen in aller Welt für das Cimbalom eintritt. Sie wurde unterstützt von der Geigerin Mariko Matsumoto, mit der sie die kammermusikalische Seite des Cimbalom ausleuchtete.

Zur Aufführung kamen dabei sowohl Werke aus der Vorklassik als auch zeitgenössische Kompositionen. Während uns das Hammerklavier mit Carl Philipp Emmanuel Bach einen Komponisten entdecken liess, dessen Originalität in seiner Zeit wohl einzigartig war (nicht zuletzt stammt von ihm eines der wenigen Duos für Hammerklavier und Hackbrett!), stellte das Hackbrett unter Beweis, das es unter zeitgenössischen Komponisten einen Teil seiner früheren Beliebtheit wieder zurückerobert hat – nämlich mit Werken von György Kurtág, István Láng, und Hans Joachim Hespos.

Die Time Warp Concerts sind eine Konzertreihe im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl von der Bundeskulturstiftung als auch vom Kulturamt der Stadt Köln und von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert.

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Am Freitag, 25. April 2008, 20:00 Uhr, spielte das e-mex neue musik ensemble in großer Besetzung auf. Unter der Leitung von Christoph Maria Wagner standen im ersten Teil Vokalzyklen für Sopran und Ensemble von Sascha Dragicevic und Christoph Maria Wagner auf dem Programm. Als Solistin konnten wir unser langjähriges Mitglied Marlene Mild gewinnen, die unlängst an der Oper Nürnberg als Melusine in der gleichnamigen Oper von Aribert Reimann einen bundesweit viel beachteten Erfolg feierte. Die Stücke von Dragicevic und Wagner sind musikalische Auseinandersetzungen mit der französischen Schule der Musique spectrale. Zwei Werke von Komponisten, die den so genannten Spektralismus wesentlich mitgeprägt haben, standen deshalb am Anfang und am Schluss dieses Konzertes. Vom Franco-Kanadier Claude Vivier war zu Beginn das Klavierstück Pianoforte zu hören. Die zweite Konzerthälfte war dem großartigen Vortex Temporum für Klavier und Quintett gewidmet. Inmitten dieses Wirbels der Zeiten steht der virtuose Klavierpart, der von Martin von der Heydt gespielt wurde.

Am Sonntag, 4. Mai 2008, erneut um 20:00 Uhr, begann unsere Reihe der „Time Warp Concerts“, die wir im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerks Neue Musik unter dem Dach des Kölner Trägervereins ON – Neue Musik Köln veranstalten. Wir gehören mit dieser Konzertreihe der Sektion „Neue Musik plus“ an, denn wir wollen in jährlich zwei Konzerten Alte Musik und Neue Musik in unterschiedlichen, möglichst aufregenden Konstellationen aufeinander treffen lassen. Für das erste Konzert konnten wir das Ensemble Flautando Köln gewinnen. Das renommierte Blockflötenquartett ist vor allem für seine virtuosen, frischen und frechen Interpretationen der Musik zwischen Hildegard von Bingen und Johann Sebastian Bach bekannt. Seit Jahren lassen sich die vier Musikerinnen jedoch auch von zeitgenössischen Komponisten neue Werke schreiben – trotz des hartnäckigen Desinteresses von Seiten der allermeisten Veranstalter. Für unser Konzert am 4. Mai rückte Flautando Köln erstmals eine Auswahl seines zeitgenössischen Repertoires in den Mittelpunkt des Programm und stellte jedem Stück eines lebenden Komponisten ein Werk eines im Schnitt bereits seit 600 Jahren verblichenen Kollegen gegenüber. Da die Damen hier mit Sachverstand und Geschick vorgingen ergaben sich daraus überraschende Einblicke in die musikalischen Strukturen. Ein ästhetischer Dialog über Jahrhunderte hinweg – und ein Ohrenschmaus für alle, die jetzt und heute dabei dabei waren.

Die Time Warp Concerts sind ein Konzertprojekt im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl von der Bundeskulturstiftung/Netzwerk Neue Musik als auch vom Kulturamt der Stadt Köln und von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert.

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Mit herzlichen Grüssen und in der Hoffnung, Sie bei einem der kommenden Konzerte begrüßen zu dürfen

 

In Memoriam - Ein Konzert zum Totensonntag
„In Memoriam“ überschreiben Sven Polkötter (Schlagzeug) und Marc Awolin (Klavier) ihr außergewöhnliches Duo-Programm für Schlagzeug und Klavier. Nicht ohne Grund fällt der Abend zeitlich in das Umfeld des Totensonntags, denn die Werke des Programms sind dem Gedenken an in den letzten beiden Jahrzehnten verstorbene Musiker gewidmet oder thematisieren in anderer Weise Tod und Vergänglichkeit.
Das Konzert mit Werken von Peter Eötvös, Steingrimur Rohloff, Peter Jan Wagemanns und Marc Awolin können Sie hören am Montag, 26. November 2007 - ab 20.30 Uhr im Loft (Wissmannstraße 30, 50823 Köln).

 

Am Freitag, 16. März 2007, haben wir ab 19:30 Uhr in der Aula des Apostelgymnasiums (Biggestr. 2, Köln) unserem im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglied Lebrecht Hoffmeyer gedacht. Und zwar in einer Weise, die Lebrecht Hoffmeyer sicher gefallen hätte: mit Musik von Komponisten die er schätzte (Leos Janacek, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner), mit instrumentalen und vokalen Kompositionen von Lebrecht Hoffmeyer selber und mit einer ihm gewidmeten Kammerkantate von Ferdinand Henkemeyer. Es spielte das Ensemble Klang Köln, es sang die Cappella Cöln, die Leitung hatte Ferdinand Henkemeyer.

Am Donnerstag, 29. März 2007, gastierte um 20:00 Uhr das Trio Okazaki im Loft (Wißmannstr. 30, Köln) und beehrte Klang Köln nun bereits zum dritten Mal mit einem Besuch. Gemeinsam mit der Pianistin Etsuko Okazaki und dem Fagottisten Koji Okazaki (Solo-Fagottist des NHK-Symphonieorchesters, Tokio) war diesmal der renommierte ungarische Oboist Jósef Kiss zu hören. In unterschiedlichen Besetzungen (solistisch, Duo und Trio) erklangen Werke aus vier Jahrhunderten von Attila Bozay, Aangelo Morigi, Wolfgang Amadeus Mozart, Françis Poulenc, György Ránki und Robert Schumann sowie die Uraufführung eines speziell für die diesjährige Tournee in Auftrag gegebenen Trios unseres Mitglieds Christoph Maria Wagner. Virtuosität und musikalische Substanz trafen sich bei diesem Abend auf höchstem Niveau !.

«`Ηδιστόν ’ακουσμα – hädiston akousma»

Unter diesem griechischem Motto - auf deutsch ungefähr: "Schöner Hören!" - stand unser letztes Konzert im Jahr 2006:

Donnerstag, 14. Dezember 2006 - 20:30 Uhr
Loft  – Wißmann Str. 30 – 50823 Köln
Eintritt: 10,-/7,50 Euro
«`Ηδιστόνακουσμα – hädiston akousma»
Neue Musik für Flöte, Violoncello und Klavier
Trio IAMA
Jannis Anissegos, Flöte
Maria Anissegou, Cello - Antonis Anissegos, Klavier

Werke von Antonis Anissegos, Sascha Dragicevic, Dieter Hermsdorf,
Johannes Quint, Steingrimur Rohloff, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner

Die Geschwister Anissegos, in Thessaloniki geboren, haben ihre musikalische Ausbildung gemeinsam in Griechenland begonnen, bis ihre außergewöhnliche Begabung sie zunächst über ganz Europa zerstreute: Athen, Budapest, Wien, Würzburg, Leipzig, Köln, London sind einige der Stationen, an denen sich die  drei Ausnahmemusiker, zumeist gefördert durch renommierte Stipendien, den letzten Schliff holten, bevor sie sich in Berlin - neben ihren solistischen Aktivitäten - wieder zu einem festen Trio zusammenfanden. Unter dem Namen Trio IAMA beschäftigen sich die drei vielfach ausgezeichneten Künstler vor allem mit der zeitgenössischen Musik - und zwar mit der gesamten Bandbreite, die für ihre Besetzung möglich ist. Nicht umsonst legt das Trio darauf Wert, in der Neuen Musik vor allem originelle Ausdrucksformen zu suchen. Aus diesem Grund sucht das Ensemble den persönlichen und ständigen Kontakt zu jungen Komponisten, um sich Werke auf den Leib schneidern zu lassen.
Genau dies war auch bei unserem Konzert der Fall: hier trafen sich Komponisten aus Köln
(Sascha Dragicevic, Steingrimur Rohloff, Stefan Thomas, Christoph Maria Wagner)und Frankfurt (Dieter Hermsdorf, Johannes Quint) in dem Bemühen, den Wunsch nach Originalität des Trio IAMA zu befriedigen. Darüber konnten wir uns nur freuen, denn der Abend wurde dadurch ungemein kurzweilig und abwechslungsreich - mit insgesamt sieben Werken, die alle in den letzten drei Jahren geschrieben wurden, darunter  vier Uraufführungen.

Wir danken der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn für die großzügige Unterstützung.

 

Klang-Köln Kammermusikkontraste in der Kölner Musiknacht

Wie schon im letzten Jahr beteiligte sich Klang-Köln auch am Samstag, 14. Oktober 2006, an der diesjährigen langen Kölner Musiknacht mit einem Kammermusikprogramm in der Aula von St. Aposteln.

Die Klang-Köln Musiker Katharina Hess (Blockflöte), Kalina Kolarova (Violine), Filine Precht (Traversflöte), Claudia Schott (Klavier), Elisabeth Wand (Violoncello), Stefan Thomas (Cembalo) und Christoph Maria Wagner (Klavier) boten einen unterhaltsamen Mix an "Kammermusikkontrasten" aus vier Jahrhunderten, bei dem die Musik unseres Jahrhunderts nicht zu kurz kam. Auf dem Programm stand Claude Debussys Violinsonate, eine Triosonate für Blockflöte, Traversflöte und Cembalo von Johann Joachim Quantz, ein neues Klavierstück von Christoph Maria Wagner sowie der famose Klavierzyklus "Mana" von Andrè Jolivet, der bereits bei unserem letztjährigen Jolivet-Portraitkonzert für Furore sorgte.

Zuvor, ab 22 Uhr, spielte in der Aula von St. Aposteln auch das dem Verein seit langem freundschaftlich verbundenen Trio e-mex mit ihrem Programm "Kölner Komponisten und Aliens". Joachim Striepens (Klarinette), Burkhart Zellen (Violoncello) und Martin van der Heydt (Klavier) führten darin Werke der Klang-Kölner Komponisten Stefan Thomas (sein Klarinettentrio "Ernste Gesänge") und Christoph Maria Wagner sowie der "Aliens" (=Nicht-Kölner) Gordon Kampe und Yasuko Yamaguchi auf.

 

Vierteltöniges für zwei Klaviere!

Am 14. September 2006, um 20 Uhr, fand im Klavierhaus Then (Wormser Str. 41-43, 50677 Köln) ein besonderes Klang-Köln-Konzert statt, das in ungewohnte Klangwelten entführte: Stefan Thomas und Frank Zabel stellten an zwei im Viertetonabstand gestimmten Flügeln Musik im Vierteltonsystem vor. Dabei erklangen Werke von Iwan Wischnegradski, Claude Debussy, Hans Peter Reutter, Stefan Thomas, Charles Ives, Igor Strawinski und Frank Zabel.

Die sog. wohltemperierte Stimmung, auf der unser Tonsystem in nahezu unveränderter Form seit 250 Jahren basiert, wurde schon oft von Komponisten, Musik- und Naturwissenschafltern als die best mögliche Lösung bezweifelt.

Schon Ferrucio Busoni schwärmte in seiner Schrift „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ von den Möglichkeiten der weiteren Unterteilungen des Halbtonschrittes. Die Komponisten Alois Haba, Willy Möllendorf und Iwan Wischnegradski regten 1911 den Bau eines Vierteltonharmoniums an und beauftragten 1923 die Firma Förster mit dem Bau eines Vierteltonflügels. Doch dieses Instrument, das auch eine Umstellung der Klaviertechnik erfordert, konnte sich nicht richtig durchsetzen.

Um nicht das herkömmliche Instrumentarium vollständig verwerfen oder umbauen zu müssen (letzteren Weg ging Alois Haba, wenn er nicht für Streicher komponierte),  fand der Komponist Iwan Wischnegradski die praktikablere Lösung, ein zweites Klavier um einen Viertelton herab zu stimmen.

Das Konzert stellte Werke für diese Besetzung in den Mittelpunkt, zeigte aber auch die ästhetischen Wurzeln des mikrotonalen Denkens auf.

Bei Wischnegradski (1893-1979), der als junger Mann stark unter dem Einfluss Skrjabins stand, ist die Vierteltonmusik eine mögliche Umsetzung der Idee der Ultrachromatik. Charles Ives  „Three quarter-tone pieces“ sind eine Studie in übersteigerter Alterationsharmonik und auf dem Prinzip der Equidistanz basierenden Akkorde, beides Tendenzen, die schon die Harmonik der Spätromantik und des Impressionismus prägten. Neben Skrjabin war es nicht zuletzt Claude Debussy, der in seinem Werk ganz ähnliche Tendenzen verfolgte, wenngleich sie sich auf das herkömmliche chromatische System beschränken. Gleichfalls auf der Grundlage der normalen chromatischen Stimmung experimentierte auch Igor Strawinski mit harmonischen Erweiterungen.  Werke dieser beiden Komponisten der klassischen Moderne ergänzten das Programm und markierten gewissermaßen den Ausgangspunkt für die Erweiterung des Tonraums jenseits der wohltemperierten Stimmung.

Delos Trio - eine vergessene Besetzung in neuem Licht

Am Donnerstag, 15. Juni 2006, um 20 Uhr, präsentierte das Kölner Delos Trio in der Alten Feuerwache eine aus der Mode gekommene Besetzung: auf dem Programm standen Werke für Violine, Violoncello und Gitarre von Joseph Haydn, Dietmar Berger, Niccolò Paganini, Stefan Thomas, Wolfgang Fortner, Hans Werner Henze und Klaus Hinrich Stahmer.

Cellyrics - eine konzertante Lesung !

Die erste Veranstaltung in diesem Jahr fand parallel zur LitCologne statt und war folglich der Begegnung von Literatur und Musik gewidmet. Am Samstag, 18. März 2006, um 20 Uhr, begegneten sich unter dem Titel Cellyrics stellvertretend für ihre Künste die Violoncellistin Arabella Ristenpart und die Schauspielerin Sybille J. Schedwill (nicht wie ursprünglich angekündigt Caroline Schreiber, die wegen Erkrankung leider absagen musste. Wir freuen uns aber, mit Sybille Schedwill eine ebenso profilierte Künstlerin gewonnen zu haben und danken ihr für die engagierte Bereitschaft, das Projekt zu zu übernehmen).

Der Abend fand mitten in der Kölner Innenstadt, nämlich auf der Schildergasse, im Cafe Stanton an der Antoniterkirche, statt. Dank der großzügigen Unterstützung durch die SK Stiftung Kultur bei freiem Eintritt !

Die beiden renommierten, in Köln lebenden Künstlerinnen liessen in ihrem Programm Musik und Literatur nicht nur aufeinander treffen, sondern strebten eine enge Verschränkung von Tonkunst und Wortkunst an, wie sie in dieser Form selten geboten wird. Sie konnten Musik des 20. Jahrhunderts hören, die unmittelbar von lyrischen Texten inspiriert wurde, und es kamen Texte zum Vortrag, deren Auswahl in Auseinandersetzung mit den Musikstücken erfolgte. Mit anderen Worten: Rezitation und Instrumentalmusik ergänzten einander, durchdrangen sich kammermusikalisch und setzten sich gegenseitig ins Licht.

Auf dem musikalischen Programm standen einige Leckerbissen der Solo-Literatur für Violoncello des 20. Jahrhunderts: die Suite op.84 von Ernst Krenek (1939), die Sonate von Jürg Baur (1994), Auszüge aus den 24 Preludes für Violoncello Solo von Mirko Dorner (1970/71) sowie die Fünf Cellostücke auf Texte von Albert Ostermaier von Stefan Thomas (1992). Als literarische Pendants wurden neben der sprachgewitzten Lyrik Albert Ostermaiers vor allem Gedichte von Else Lasker-Schüler und Ernst Jandl ausgewählt.

Wir erlebten keine melodramatische Inszenierung, sondern einen musikliterarischen Dialog des Duos Sybille Schedwill & Arabella Ristenpart!

 

 

Viele Grüsse und weiterhin neugierige Ohren

wünscht Ihnen

Ihr

KLANG-köln e.V.


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