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Zur
Programmübersicht
Einführung
(Egbert Hiller
KGNM-Programmgruppe)
Nach einer Pause
von sieben Jahren setzt die Kölner Gesellschaft für Neue Musik
(KGNM) die fast
vergessene Tradition mehrtägiger Musikfeste fort. Damit verwirklicht der 2002
neu gewählte Vorstand eines seiner Hauptanliegen, um Potenzial, Vielfalt und
neueste Entwicklungen der zeitgenössischen Musik-Szene Kölns aufzuzeigen.
Mehrere Generationen "kommen zu Wort", und
in mannigfaltigen Besetzungen werden die unterschiedlichsten
kompositorischen Konzepte hör- und sichtbar. Dass diese "Kölner Szene", wie das
kulturelle Leben der Stadt überhaupt, auch von "Immigranten" maßgeblich
bereichert wird, verdeutlichen die ersten beiden
Abende.
Eröffnet wird die
Konzert-Serie am 14. Mai im Japanischen Kulturinstitut mit Werken von
japanischen, taiwanesischen, kroatischen und
deutschen Komponisten.
Der zweite Abend
beginnt in der Alten Feuerwache mit einem prägnanten Werk des Brasilianers Paulo
Chagas: "Bonfin" für zwei
Schlagzeuger und Elektronik. Einen weiteren Schwerpunkt bildet Musik des
kürzlich verstorbenen, aus Bulgarien stammenden Komponisten Bojidar Dimov, der in seinen
"Brahms-" und "Debussy-Ritualen" über
die abendländische Tonkunst reflektiert. Bezug auf diese Tradition nimmt auch
der Kölner Martin Lennartz in seinem Trio "Mit Ernst o
Bach", während Georg
Heike in "Studie IV"
für Klavier strukturelle Aspekte in den Vordergrund rückt. Mit dem bislang
noch unaufgeführten Kapitel IV aus "Fa:m' Ahniesgwow" (1959) von Hans G Helms spüren die "Ästhetischen
Phonetiker" der Sprache und ihren Konnotationen und Assoziationen nach. Und dass
Sprache, zumal im Kontext der Erforschung weithin unbekannter oder in
Vergessenheit geratener (Sprach-)Kulturen, noch heute ein spannendes "Sujet"
ist, demonstrieren die "Phonetiker" in "Zhurjanski"
aus den "SprachProben" von Harald Muenz.
Ganz andere
Akzente setzt das dritte Konzert, in dem Solostücke dominieren, die
strukturbetonte Gestaltung mit breitem Klang- und Ausdrucksspektrum vereinen:
Georg Krölls "Solopartien" für Flöte, die Camilla
Hoitenga zu Ehren von dessen 70. Geburtstag
interpretieren wird, Friedrich Jaeckers "Dorn" für
Viola, Thomas Bruttgers "Effervescense" für Akkordeon, Hans-Ulrich Humperts
"Flötenstück" und Albrecht Zummachs "Zwei
Königskinder" für Violine. Da fallen "Palimpsest" für
Mezzosopran, E-Gitarre und Tenorsaxofon von Michael Barolsky, der auf das Wort als Grundlage komplexer
musikalischer Prozesse zurückgreift, und Manfred Niehaus' humorvolles "Etwas" für zwei Diskantzithern (nicht
nur) hinsichtlich der Besetzung "etwas" aus dem Rahmen.
Der vierte und
letzte Abend steht im Zeichen des
(imaginär) Szenischen: in Klarenz Barlows "Ludus ragalis", Thomas Witzmanns
"Ersatz" und Bettina
Wenzels "Insoluble". Mehr an das geistige Auge wenden sich hingegen, mit kontrastierenden Ausdruckssphären
für Flöte, Michael Veltmans "Suite" und Matthias Spahlingers "nah, getrennt". Der Kreis schließt sich mit dem
kroatischen Komponisten Silvio Foretic, der in "Am schönen braunen
Rhein" für Salonorchester der Lebensader seiner Wahlheimat durchaus doppelbödig
Referenz erweist.
Freitag,
14. Mai 2004
- 19 Uhr Japanisches Kulturinstitut
Eröffnungskonzert
Werke von Noriko
Kawakami, Chao-Ming Tung, Shoko Shida, Silvio Foretic,
Johannes Fritsch
Die weiteren Konzerte:
Donnerstag,
20. Mai 2004
- Samstag, 22. Mai 2004 jeweils 20 Uhr ALTE
FEUERWACHE - Melchiorstr.3
Donnerstag, 20. Mai
2004
Werke von Paolo
Chagas, Bojidar Dimov, Georg Kröll, Martin
Lennartz, Georg Heike, Hans G. Helms, Michael Denhoff,
Harald Münz, Hartmut Schulz
Freitag, 21. Mai 2004
Werke von Friedrich
Jaecker, Michael Barolsky, Georg Kröll, Thomas
Bruttger, Hans U. Humpert, Albrecht Zummach, Manfred
Niehaus
Samstag, 22. Mai 2004
Werke von Michael
Veltman, Klarenz Barlow, Thomas Witzmann, Andreas Wagner,
Bettina Wenzel, Mathias Spahlinger, Tom Johnson,
Silvio Foretic
Mit freundlicher Unterstützung
von SK-STIFTUNG KULTUR und KULTURAMT DER STADT KÖLN
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