Klang-Köln e.V. Logo

 News-Archiv

 

Oktober 2003

November 2003

Dezember 2003

Januar/Februar 2004

März 2004

April 2004

Mai 2004

 

 

Am Freitag, 17. Oktober 2008, um 20:00 Uhr, erklang wieder ein Konzert aus unserer Reihe der „Time Warp Concerts“, die wir im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerks Neue Musik unter dem Dach des Kölner Trägervereins ON – Neue Musik Köln veranstalten. Wir gehören mit dieser Konzertreihe der Sektion „Neue Musik plus“ an, denn wir wollen in jährlich zwei Konzerten Alte Musik und Neue Musik in unterschiedlichen, möglichst aufregenden Konstellationen aufeinander treffen lassen.

Dies gilt wohl uneingeschränkt und in besonderem Maße für das zurückliegende Konzert, das zwei Instrumente zusammen brachte, die auf den ersten Blick höchst unterschiedlich, tatsächlich aber engste Verwandte sind: Hackbrett und Hammerklavier nutzen ähnliche Materialien und Techniken zur Klangerzeugung, sind sich klanglich näher als man vermuten möchte - und gerieten gemeinsam mit der Entwicklung des modernen Klaviers bzw. Konzertflügels in Vergessenheit.

Unser Konzert rief dies in Erinnerung, stellte die beiden Instrumente einander gegenüber und präsentierte sie im Kontext ihrer musikgeschichtlichen Entwicklung. Dazu haben wir ebenso renommierte wie virtuose Fürsprecher gewinnen können: Das Hammerklavier wurde vertreten durch Gerald Hambitzer, Professor an der Kölner Musikhochschule und einer der international führenden Virtuosen auf dem Hammerklavier; das Cimbalom wurde uns vorgestellt durch Eniko Ginzery, die vielfach ausgezeichnete ungarische Instrumentalistin, die mit ihrem hochvirtuosen Spiel auf den Konzertbühnen in aller Welt für das Cimbalom eintritt. Sie wurde unterstützt von der Geigerin Mariko Matsumoto, mit der sie die kammermusikalische Seite des Cimbalom ausleuchtete.

Zur Aufführung kamen dabei sowohl Werke aus der Vorklassik als auch zeitgenössische Kompositionen. Während uns das Hammerklavier mit Carl Philipp Emmanuel Bach einen Komponisten entdecken liess, dessen Originalität in seiner Zeit wohl einzigartig war (nicht zuletzt stammt von ihm eines der wenigen Duos für Hammerklavier und Hackbrett!), stellte das Hackbrett unter Beweis, das es unter zeitgenössischen Komponisten einen Teil seiner früheren Beliebtheit wieder zurückerobert hat – nämlich mit Werken von György Kurtág, István Láng, und Hans Joachim Hespos.

Die Time Warp Concerts sind eine Konzertreihe im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl von der Bundeskulturstiftung als auch vom Kulturamt der Stadt Köln und von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert.

Logoi Netzwerk Neue Musik Logo Rheinenergie Stiftung Logo Stadt Köln Logo ON Logo ON plus

 

Am Freitag, 25. April 2008, 20:00 Uhr, spielte das e-mex neue musik ensemble in großer Besetzung auf. Unter der Leitung von Christoph Maria Wagner standen im ersten Teil Vokalzyklen für Sopran und Ensemble von Sascha Dragicevic und Christoph Maria Wagner auf dem Programm. Als Solistin konnten wir unser langjähriges Mitglied Marlene Mild gewinnen, die unlängst an der Oper Nürnberg als Melusine in der gleichnamigen Oper von Aribert Reimann einen bundesweit viel beachteten Erfolg feierte. Die Stücke von Dragicevic und Wagner sind musikalische Auseinandersetzungen mit der französischen Schule der Musique spectrale. Zwei Werke von Komponisten, die den so genannten Spektralismus wesentlich mitgeprägt haben, standen deshalb am Anfang und am Schluss dieses Konzertes. Vom Franco-Kanadier Claude Vivier war zu Beginn das Klavierstück Pianoforte zu hören. Die zweite Konzerthälfte war dem großartigen Vortex Temporum für Klavier und Quintett gewidmet. Inmitten dieses Wirbels der Zeiten steht der virtuose Klavierpart, der von Martin von der Heydt gespielt wurde.

Am Sonntag, 4. Mai 2008, erneut um 20:00 Uhr, begann unsere Reihe der „Time Warp Concerts“, die wir im Rahmen des von der Bundeskulturstiftung geförderten Netzwerks Neue Musik unter dem Dach des Kölner Trägervereins ON – Neue Musik Köln veranstalten. Wir gehören mit dieser Konzertreihe der Sektion „Neue Musik plus“ an, denn wir wollen in jährlich zwei Konzerten Alte Musik und Neue Musik in unterschiedlichen, möglichst aufregenden Konstellationen aufeinander treffen lassen. Für das erste Konzert konnten wir das Ensemble Flautando Köln gewinnen. Das renommierte Blockflötenquartett ist vor allem für seine virtuosen, frischen und frechen Interpretationen der Musik zwischen Hildegard von Bingen und Johann Sebastian Bach bekannt. Seit Jahren lassen sich die vier Musikerinnen jedoch auch von zeitgenössischen Komponisten neue Werke schreiben – trotz des hartnäckigen Desinteresses von Seiten der allermeisten Veranstalter. Für unser Konzert am 4. Mai rückte Flautando Köln erstmals eine Auswahl seines zeitgenössischen Repertoires in den Mittelpunkt des Programm und stellte jedem Stück eines lebenden Komponisten ein Werk eines im Schnitt bereits seit 600 Jahren verblichenen Kollegen gegenüber. Da die Damen hier mit Sachverstand und Geschick vorgingen ergaben sich daraus überraschende Einblicke in die musikalischen Strukturen. Ein ästhetischer Dialog über Jahrhunderte hinweg – und ein Ohrenschmaus für alle, die jetzt und heute dabei dabei waren.

Die Time Warp Concerts sind ein Konzertprojekt im Rahmen von ON – Neue Musik Köln und werden sowohl von der Bundeskulturstiftung/Netzwerk Neue Musik als auch vom Kulturamt der Stadt Köln und von der RheinEnergie Stiftung Kultur gefördert.

Logoi Netzwerk Neue Musik Logo Rheinenergie Stiftung Logo Stadt Köln Logo ON Logo ON plus

Mit herzlichen Grüssen und in der Hoffnung, Sie bei einem der kommenden Konzerte begrüßen zu dürfen

 

In Memoriam - Ein Konzert zum Totensonntag
„In Memoriam“ überschreiben Sven Polkötter (Schlagzeug) und Marc Awolin (Klavier) ihr außergewöhnliches Duo-Programm für Schlagzeug und Klavier. Nicht ohne Grund fällt der Abend zeitlich in das Umfeld des Totensonntags, denn die Werke des Programms sind dem Gedenken an in den letzten beiden Jahrzehnten verstorbene Musiker gewidmet oder thematisieren in anderer Weise Tod und Vergänglichkeit.
Das Konzert mit Werken von Peter Eötvös, Steingrimur Rohloff, Peter Jan Wagemanns und Marc Awolin können Sie hören am Montag, 26. November 2007 - ab 20.30 Uhr im Loft (Wissmannstraße 30, 50823 Köln).

 

Am Freitag, 16. März 2007, haben wir ab 19:30 Uhr in der Aula des Apostelgymnasiums (Biggestr. 2, Köln) unserem im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglied Lebrecht Hoffmeyer gedacht. Und zwar in einer Weise, die Lebrecht Hoffmeyer sicher gefallen hätte: mit Musik von Komponisten die er schätzte (Leos Janacek, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner), mit instrumentalen und vokalen Kompositionen von Lebrecht Hoffmeyer selber und mit einer ihm gewidmeten Kammerkantate von Ferdinand Henkemeyer. Es spielte das Ensemble Klang Köln, es sang die Cappella Cöln, die Leitung hatte Ferdinand Henkemeyer.

Am Donnerstag, 29. März 2007, gastierte um 20:00 Uhr das Trio Okazaki im Loft (Wißmannstr. 30, Köln) und beehrte Klang Köln nun bereits zum dritten Mal mit einem Besuch. Gemeinsam mit der Pianistin Etsuko Okazaki und dem Fagottisten Koji Okazaki (Solo-Fagottist des NHK-Symphonieorchesters, Tokio) war diesmal der renommierte ungarische Oboist Jósef Kiss zu hören. In unterschiedlichen Besetzungen (solistisch, Duo und Trio) erklangen Werke aus vier Jahrhunderten von Attila Bozay, Aangelo Morigi, Wolfgang Amadeus Mozart, Françis Poulenc, György Ránki und Robert Schumann sowie die Uraufführung eines speziell für die diesjährige Tournee in Auftrag gegebenen Trios unseres Mitglieds Christoph Maria Wagner. Virtuosität und musikalische Substanz trafen sich bei diesem Abend auf höchstem Niveau !.

«`Ηδιστόν ’ακουσμα – hädiston akousma»

Unter diesem griechischem Motto - auf deutsch ungefähr: "Schöner Hören!" - stand unser letztes Konzert im Jahr 2006:

Donnerstag, 14. Dezember 2006 - 20:30 Uhr
Loft  – Wißmann Str. 30 – 50823 Köln
Eintritt: 10,-/7,50 Euro
«`Ηδιστόνακουσμα – hädiston akousma»
Neue Musik für Flöte, Violoncello und Klavier
Trio IAMA
Jannis Anissegos, Flöte
Maria Anissegou, Cello - Antonis Anissegos, Klavier

Werke von Antonis Anissegos, Sascha Dragicevic, Dieter Hermsdorf,
Johannes Quint, Steingrimur Rohloff, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner

Die Geschwister Anissegos, in Thessaloniki geboren, haben ihre musikalische Ausbildung gemeinsam in Griechenland begonnen, bis ihre außergewöhnliche Begabung sie zunächst über ganz Europa zerstreute: Athen, Budapest, Wien, Würzburg, Leipzig, Köln, London sind einige der Stationen, an denen sich die  drei Ausnahmemusiker, zumeist gefördert durch renommierte Stipendien, den letzten Schliff holten, bevor sie sich in Berlin - neben ihren solistischen Aktivitäten - wieder zu einem festen Trio zusammenfanden. Unter dem Namen Trio IAMA beschäftigen sich die drei vielfach ausgezeichneten Künstler vor allem mit der zeitgenössischen Musik - und zwar mit der gesamten Bandbreite, die für ihre Besetzung möglich ist. Nicht umsonst legt das Trio darauf Wert, in der Neuen Musik vor allem originelle Ausdrucksformen zu suchen. Aus diesem Grund sucht das Ensemble den persönlichen und ständigen Kontakt zu jungen Komponisten, um sich Werke auf den Leib schneidern zu lassen.
Genau dies war auch bei unserem Konzert der Fall: hier trafen sich Komponisten aus Köln
(Sascha Dragicevic, Steingrimur Rohloff, Stefan Thomas, Christoph Maria Wagner)und Frankfurt (Dieter Hermsdorf, Johannes Quint) in dem Bemühen, den Wunsch nach Originalität des Trio IAMA zu befriedigen. Darüber konnten wir uns nur freuen, denn der Abend wurde dadurch ungemein kurzweilig und abwechslungsreich - mit insgesamt sieben Werken, die alle in den letzten drei Jahren geschrieben wurden, darunter  vier Uraufführungen.

Wir danken der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn für die großzügige Unterstützung.

 

Klang-Köln Kammermusikkontraste in der Kölner Musiknacht

Wie schon im letzten Jahr beteiligte sich Klang-Köln auch am Samstag, 14. Oktober 2006, an der diesjährigen langen Kölner Musiknacht mit einem Kammermusikprogramm in der Aula von St. Aposteln.

Die Klang-Köln Musiker Katharina Hess (Blockflöte), Kalina Kolarova (Violine), Filine Precht (Traversflöte), Claudia Schott (Klavier), Elisabeth Wand (Violoncello), Stefan Thomas (Cembalo) und Christoph Maria Wagner (Klavier) boten einen unterhaltsamen Mix an "Kammermusikkontrasten" aus vier Jahrhunderten, bei dem die Musik unseres Jahrhunderts nicht zu kurz kam. Auf dem Programm stand Claude Debussys Violinsonate, eine Triosonate für Blockflöte, Traversflöte und Cembalo von Johann Joachim Quantz, ein neues Klavierstück von Christoph Maria Wagner sowie der famose Klavierzyklus "Mana" von Andrè Jolivet, der bereits bei unserem letztjährigen Jolivet-Portraitkonzert für Furore sorgte.

Zuvor, ab 22 Uhr, spielte in der Aula von St. Aposteln auch das dem Verein seit langem freundschaftlich verbundenen Trio e-mex mit ihrem Programm "Kölner Komponisten und Aliens". Joachim Striepens (Klarinette), Burkhart Zellen (Violoncello) und Martin van der Heydt (Klavier) führten darin Werke der Klang-Kölner Komponisten Stefan Thomas (sein Klarinettentrio "Ernste Gesänge") und Christoph Maria Wagner sowie der "Aliens" (=Nicht-Kölner) Gordon Kampe und Yasuko Yamaguchi auf.

 

Vierteltöniges für zwei Klaviere!

Am 14. September 2006, um 20 Uhr, fand im Klavierhaus Then (Wormser Str. 41-43, 50677 Köln) ein besonderes Klang-Köln-Konzert statt, das in ungewohnte Klangwelten entführte: Stefan Thomas und Frank Zabel stellten an zwei im Viertetonabstand gestimmten Flügeln Musik im Vierteltonsystem vor. Dabei erklangen Werke von Iwan Wischnegradski, Claude Debussy, Hans Peter Reutter, Stefan Thomas, Charles Ives, Igor Strawinski und Frank Zabel.

Die sog. wohltemperierte Stimmung, auf der unser Tonsystem in nahezu unveränderter Form seit 250 Jahren basiert, wurde schon oft von Komponisten, Musik- und Naturwissenschafltern als die best mögliche Lösung bezweifelt.

Schon Ferrucio Busoni schwärmte in seiner Schrift „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ von den Möglichkeiten der weiteren Unterteilungen des Halbtonschrittes. Die Komponisten Alois Haba, Willy Möllendorf und Iwan Wischnegradski regten 1911 den Bau eines Vierteltonharmoniums an und beauftragten 1923 die Firma Förster mit dem Bau eines Vierteltonflügels. Doch dieses Instrument, das auch eine Umstellung der Klaviertechnik erfordert, konnte sich nicht richtig durchsetzen.

Um nicht das herkömmliche Instrumentarium vollständig verwerfen oder umbauen zu müssen (letzteren Weg ging Alois Haba, wenn er nicht für Streicher komponierte),  fand der Komponist Iwan Wischnegradski die praktikablere Lösung, ein zweites Klavier um einen Viertelton herab zu stimmen.

Das Konzert stellte Werke für diese Besetzung in den Mittelpunkt, zeigte aber auch die ästhetischen Wurzeln des mikrotonalen Denkens auf.

Bei Wischnegradski (1893-1979), der als junger Mann stark unter dem Einfluss Skrjabins stand, ist die Vierteltonmusik eine mögliche Umsetzung der Idee der Ultrachromatik. Charles Ives  „Three quarter-tone pieces“ sind eine Studie in übersteigerter Alterationsharmonik und auf dem Prinzip der Equidistanz basierenden Akkorde, beides Tendenzen, die schon die Harmonik der Spätromantik und des Impressionismus prägten. Neben Skrjabin war es nicht zuletzt Claude Debussy, der in seinem Werk ganz ähnliche Tendenzen verfolgte, wenngleich sie sich auf das herkömmliche chromatische System beschränken. Gleichfalls auf der Grundlage der normalen chromatischen Stimmung experimentierte auch Igor Strawinski mit harmonischen Erweiterungen.  Werke dieser beiden Komponisten der klassischen Moderne ergänzten das Programm und markierten gewissermaßen den Ausgangspunkt für die Erweiterung des Tonraums jenseits der wohltemperierten Stimmung.

Delos Trio - eine vergessene Besetzung in neuem Licht

Am Donnerstag, 15. Juni 2006, um 20 Uhr, präsentierte das Kölner Delos Trio in der Alten Feuerwache eine aus der Mode gekommene Besetzung: auf dem Programm standen Werke für Violine, Violoncello und Gitarre von Joseph Haydn, Dietmar Berger, Niccolò Paganini, Stefan Thomas, Wolfgang Fortner, Hans Werner Henze und Klaus Hinrich Stahmer.

Cellyrics - eine konzertante Lesung !

Die erste Veranstaltung in diesem Jahr fand parallel zur LitCologne statt und war folglich der Begegnung von Literatur und Musik gewidmet. Am Samstag, 18. März 2006, um 20 Uhr, begegneten sich unter dem Titel Cellyrics stellvertretend für ihre Künste die Violoncellistin Arabella Ristenpart und die Schauspielerin Sybille J. Schedwill (nicht wie ursprünglich angekündigt Caroline Schreiber, die wegen Erkrankung leider absagen musste. Wir freuen uns aber, mit Sybille Schedwill eine ebenso profilierte Künstlerin gewonnen zu haben und danken ihr für die engagierte Bereitschaft, das Projekt zu zu übernehmen).

Der Abend fand mitten in der Kölner Innenstadt, nämlich auf der Schildergasse, im Cafe Stanton an der Antoniterkirche, statt. Dank der großzügigen Unterstützung durch die SK Stiftung Kultur bei freiem Eintritt !

Die beiden renommierten, in Köln lebenden Künstlerinnen liessen in ihrem Programm Musik und Literatur nicht nur aufeinander treffen, sondern strebten eine enge Verschränkung von Tonkunst und Wortkunst an, wie sie in dieser Form selten geboten wird. Sie konnten Musik des 20. Jahrhunderts hören, die unmittelbar von lyrischen Texten inspiriert wurde, und es kamen Texte zum Vortrag, deren Auswahl in Auseinandersetzung mit den Musikstücken erfolgte. Mit anderen Worten: Rezitation und Instrumentalmusik ergänzten einander, durchdrangen sich kammermusikalisch und setzten sich gegenseitig ins Licht.

Auf dem musikalischen Programm standen einige Leckerbissen der Solo-Literatur für Violoncello des 20. Jahrhunderts: die Suite op.84 von Ernst Krenek (1939), die Sonate von Jürg Baur (1994), Auszüge aus den 24 Preludes für Violoncello Solo von Mirko Dorner (1970/71) sowie die Fünf Cellostücke auf Texte von Albert Ostermaier von Stefan Thomas (1992). Als literarische Pendants wurden neben der sprachgewitzten Lyrik Albert Ostermaiers vor allem Gedichte von Else Lasker-Schüler und Ernst Jandl ausgewählt.

Wir erlebten keine melodramatische Inszenierung, sondern einen musikliterarischen Dialog des Duos Sybille Schedwill & Arabella Ristenpart!

 

 

Viele Grüsse und weiterhin neugierige Ohren

wünscht Ihnen

Ihr

KLANG-köln e.V.

Unsere Veranstaltungen im Spätsommer 2005

Nach längerer Vorbereitungszeit und einigen Schwierigkeiten können wir Ihnen jetzt endlich die genauen Termine der letzten drei Klang-Köln-Konzerte des Jahres 2005 nennen:

Am Freitag, 23. September 2005, 20:00 Uhr, gratulieren wir André Jolivet zum Hundertsten mit einer "Hommage à André Jolivet". Das Portraitkonzert mit Kammermusik aus allen Schaffensphasen des französischen Meisters findet um 20:00 Uhr im Kleinen Sendesaal des WDR statt. Neben dem Quatuor Manfred werden Barbara Rosnitschek (Flöte), Nangialai Nashir (Gitarre) und Christoph Maria Wagner (Klavier) zu hören sein. Nähere Informationen finden Sie hier. Programmdetails finden Sie hier

Ein neugegründetes Bläserensemble stellt sich Ihnen am Mittwoch, 28. September 2005 um 20:00 Uhr in der Alten Feuerwache vor: "4 Winds" nennt sich das Querflöten-Quartett mit Irina Mahlmann, Lisa Merschmeier, Cathrin Pohl und Filine Precht, die ihr Debütprogramm mit Werken für ein bis vier Flöten von unter anderen Kurt Hessenberg, Isang Yun, Goffredo Petrassi, Stefan Thomas und Thomas Witzmann zu Gehör bringen werden.

Zur Kölner Musiknacht 2005, am Samstag, 22. Oktober 2005, tritt Klang-Köln um 20:00 Uhr in der Alten Feuerwache mit einem Themenabend an, der in Zusammenhang mit dem Festival "Neuer Orient" der Arbeitsgemeinschaft "Rhein" der Städte Köln, Bonn, Duisburg und Düsseldorf steht. Mit "Stimmungen" werden sich die Musiker befassen, und zwar mit nicht-temperierten oder zumindest nicht "wohl-temperierten" Tonsystemen aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Orient und Okzident. Neben Werken der Renaissance von "vor-wohltemperierten" Komponisten wie Giovanni Paolo Cima und John Bull erklingen Kompositionen von Sascha Dragicevic, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner, die aus heutiger Sicht das temperierte System in Frage stellen und nicht-temperierte Skalen verwenden. Im Kontrast zu dieser europäischen Kunstmusik steht die arabische Folklore, die gleichfalls mit Tonsystemen und Skalen arbeitet, die jenseits des temperierten Modells stehen. Das Trio Ourouk wird uns diese Musik mit seinem Beitrag zum Konzert näher bringen und man darf gespannt sein, auf die eventuellen Querverbindungen, aber auch auf die Andersartigkeit im Umgang mit dem Tonraum, die aus dieser Gegenüberstellung resultieren werden.

 

Hommage à André Jolivet

In Zusammenarbeit mit dem WDR und dem Kölner Institut français  nehmen wir den 100. Geburtstag des französischen Komponisten André Jolivet zum Anlaß, um Ihnen diesen in Deutschland noch immer zu Unrecht wenig beachteten Meister vorstellen: Am Freitag, 23. September 2005, 20:00 Uhr, im Kleinen Sendesaal des WDR (Wallrafplatz), widmen wir Jolivet ein Portraitkonzert mit zentralen Kammermusik-Werken aus verschiedenen Schaffensphasen.

Die erste Konzerthälfte wird vom Quatuor Manfred bestritten, das eine absolute Rarität zur Aufführung bringen wird: Jolivets Streichquartett aus dem Jahr 1934, ein Schlüsselwerk, in dem sich der Komponist erstmals deutlich von der Tradition löste und zu seinem eigenen Stil fand. Das bislang nicht auf Tonträger dokumentierte Werk wird der WDR auch parallel im Studio  produzieren, so dass wir auf ein hochkarätiges und gut vorbereitetes Streichquartett hoffen können. Mit Albert Roussels Streichquartett op. 45 aus dem Jahr 1932 erklingt zudem ein apartes Werk, das das künstlerische Umfeld markiert, von dem Jolivet ausgeht.

Der zweite Teil des Abends ist Werken der Reifezeit Jolivets gewidmet und wird von den Klang-Köln-Musikern Barbara Rosnitschek (Flöte), Nangialai Nashir (Gitarre) und Christoph Maria Wagner (Klavier) dargeboten, die sich mit grossem Engagement diesem weithin unbekannten, aber ungemein dankbaren Repertoire widmen. Zu hören sein werden der von Olivier Messiaen hochgelobte Klavierzyklus "Mana" aus dem Jahr 1935, die virtuose Sonate für Flöte und Klavier von 1958 und das anspruchsvolle Gitarren-Solo "Tombeau de Robert de Viseé" aus dem Jahr 1967. Weitere Programmdetails finden Sie hier.

 

Aachener Kammerchor und Rascher-Saxophonquartett

spielen Stefan Thomas: "Zeit(t)räume" uraufgeführt

Ein ungewöhnliches neues Werk  von Klang-Köln-Mitglied Stefan Thomas kam am11. Juni 2005 auf Burg Wilhelmstein bei Würselen zur Uraufführung: "Zeit(t)räume" für Chor und Saxophonquartett entstand 2004/2005 im Auftrag des Rascher Saxophonquartett, das sich derzeit intensiv um die Zusammenarbeit mit Chören in aller Welt bemüht und in diesem Zusammenhang eine Reihe von Kompositionsaufträgen erteilt hat. Die aparte Zusammensetzung ist weit weniger exotisch als es auf den ersten Blick scheint, ist doch das Saxophon mit Blick auf die Vox Humana konstruiert worden. Instrumental- und Vokalklang mischen sich daher in unerwartet enger Verzahnung. Unter Martin te Laaks souveräner Leitung gelang es dem Aachener Kammerchor, mit dem Rascher Saxophonquartett zu einem homogenen Klangkörper zu verschmelzen.

Den drei Sätzen des Werkes liegen kurze Textzeilen der Antike (von Herkalit und Parmenides) zum Phänomen der Zeit zugrunde.

Unsere Veranstaltungen im Jahr 2005

Endlich ist es soweit: wir können Sie heute über unsere Planungen für das Jahr 2005 unterrichten. In diesem Jahr werden wir voraussichtlich 5 Konzerte verwirklichen können; das mag nicht besonders viel sein, ist aber immerhin eine Veranstaltung mehr als im vergangenen Jahr und - was mehr zählt - es handelt sich durchweg um anspruchsvolle Programme mit jeweils ganz besonderer Note und vielfach auch mit einem überregionalen Bezug: Im März erwartet Sie unser "Fagott plus..."-Programm; im April laden wir Sie zu einem "Piano-Meeting" ein; im September stellen sich "4 Winds" vor; noch ohne Datum, aber auf jedem Fall im Herbst wollen wir die "Centenaire André Jolivet" - also "André Jolivet zum Hundertsten" gratulieren; und ebenfalls auf einen endgültigen Termin wartet unser Themenkonzert "Stimmungen".

Fangen wir gleich mit dem Samstag, 19. März 2005 an. An diesem Tag werden wir im Loft (Wißmannstr. 30, 50823 Köln), um 19:30 Uhr, das Ehepaar Okazaki zu Gast haben, die dem Verein schon länger verbunden sind. Der Abend wird ganz im Zeichen des Fagotts stehen, denn neben Koji Okazaki, Solo-Fagottist beim renommierten NHK-Sinfonieorchester in Tokyo, wird auch der international gefeierte Fagottist Dag Jensen zu hören sein. Die Möglichkeiten des Instruments werden mit Willson Osbornes Solo-Rhapsodie und Sofia Gubaidulinas Sonate für zwei Fagotte zunächst "pur" ausgelotet. Für das weitere Programm erhalten die beiden die Unterstützung von der Pianistin Etsuko Okazaki, die sich solistisch mit Prokofjews 7. Klaviersonate vorstellen, vor allem aber als Begleiterin zu tun haben wird: neben André Previns Sonate für Fagott und Klavier von 1997 werden auch zwei Uraufführungen erklingen, die im Auftrag der Okazakis geschrieben wurden: von Krzysztof Meyer ein Duo für Fagott und Klavier und von Christoph Maria Wagner ein Trio für zwei Fagotte und Klavier. Das Konzert wird ermöglicht mit der freundlichen Unterstützung des Kulturamts der Stadt Köln und durch eine projektbezogene Spende des Instrumentenbauers Christoph Siewers.

Am Donnerstag, 21. April 2005, um 20:00 Uhr, geht es in der Alten Feuerwache (Melchiorstr.3, 50670 Köln) weiter mit einem Klavierabend der besonderen Art: "Piano-Meeting" nennen Stefan Thomas und Hubert Nuss ihr Programm, in dem die Klangwelt der Neuen Musik auf diejenige des zeitgenössischen Jazz stößt. Stefan Thomas wird einige seiner Klavierkompositionen der letzten Jahre vorstellen, Hubert Nuss einige Soloklavier-Improvisationen aus seiner aktuellen Arbeit und abschließend versuchen beide sich auf den Stil des jeweils anderen in einer gemeinsamen Improvisation zu vier Händen einzulassen. Kein simples Cross-Over vom Typ "Was-Du-Kannst-Kann-Ich-Schon-Lange", sondern ein echtes Meeting im Sinne eines Austauschs unterschiedlicher künstlerischer Ansätze. Wir freuen uns, dass ein solch ungewöhnliches Programm unter dem Dach des "Experimentierfeld Neue Musik" der Stadt Köln stattfinden kann - und zwar am 21. April 2005, um 20:00 Uhr, in der Alten Feuerwache.

Nach einer langen Sommerpause stellen wir im September - nämlich am Mittwoch, 28. September 2005 um 20:00 Uhr in der Alten Feuerwache - ein neugegründetes Bläserensemble vor: "4 Winds" nennt sich das Querflöten-Quartett mit Irina Mahlmann, Lisa Merschmeier, Cathrin Pohl und Filine Precht, die ihr Debütprogramm mit Werken von unter anderen Kurt Hessenberg, Stefan Thomas und Thomas Witzmann zu Gehör bringen werden. Da es sich bei allen vier Flötistinnen um erfahrene Musikerinnen handelt, die regelmäßig in verschiedenen Ensembles auftreten und zum Teil auch gemeinsam konzertiert haben, kann von Debüt natürlich nur eingeschränkt die Rede sein. Das Konzert wird aber ganz sicher von der Neugier, Frische und vom Ehrgeiz profitieren, mit der eine neue Formation an den Start zu gehen pflegt.

Im Herbst (voraussichtlich Oktober) steht dann eine Kooperation mit dem WDR und dem Kölner Institut français an: einer Initiative von Klang-Köln folgend, haben beide Institutionen begeistert an der Verwirklichung unseres Vorschlags mitgewirkt, den 100. Geburtstag des französischen Komponisten André Jolivet mit einem Portraitkonzert angemessen zu feiern. Der Abend wird im Vortragssaal des Institut français stattfinden und dort vom WDR mitgeschnitten werden. Den Termin geben wir noch rechtzeitig bekannt. Für die erste Konzerthälfte wird ein Streichquartett verpflichtet, das eine absolute Rarität zur Aufführung bringen soll: Jolivets Streichquartett aus dem Jahr 1934, ein Schlüsselwerk, in dem sich der Komponist erstmals deutlich von der Tradition löste und zu seinem eigenen Stil fand. Das bislang nicht auf Tonträger dokumentierte Werk wird der WDR auch parallel im Studio  produzieren, so dass wir auf ein hochkarätiges und gut vorbereitetes Quartett hoffen können. Der zweite Teil ist Werken der Reifezeit Jolivets gewidmet und wird von den Klang-Köln-Musikern Barbara Rosnitschek (Flöte), Nangialai Nashir (Gitarre) und Christoph Maria Wagner (Klavier) dargeboten, die sich mit grossem Engagement diesem weithin unbekannten, aber ungemein dankbaren Repertoire widmen.

Gleichfalls gespannt dürfen wir auf einen Themenabend sein, den Klang-Köln in Zusammenhang mit dem Festival "Neuer Orient" der Arbeitsgemeinschaft "Rhein" der Städte Köln, Bonn, Duisburg und Düsseldorf im Herbst veranstaltet (im Gespräch sind Termine im September und im November; genaue Daten werden rechtzeitig bekannt gegeben). Mit "Stimmungen" werden sich die Musiker befassen, und zwar mit nicht-temperierten oder zumindest nicht "wohl-temperierten" Tonsystemen aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Orient und Okzident. Neben Werken der Renaissance von "vor-wohltemperierten" Komponisten wie Giovanni Paolo Cima und John Bull erklingen Kompositionen von Sascha Dragicevic, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner, die aus heutiger Sicht das temperierte System in Frage stellen und nicht-temperierte Skalen verwenden. Im Kontrast zu dieser europäischen Kunstmusik steht die arabische Folklore, die gleichfalls mit Tonsystemen und Skalen arbeitet, die jenseits des temperierten Modells stehen. Das Trio Bagdad wird uns diese Musik mit seinem Beitrag zum Konzert näher bringen und man darf gespannt sein, auf die eventuellen Querverbindungen, aber auch auf die Andersartigkeit im Umgang mit dem Tonraum, die aus dieser Gegenüberstellung resultieren werden. Das Konzert wird sowohl in Bonn, voraussichtlich in der Brotfabrik, als auch in Köln, Stadtgarten oder Feuerwache, vorgestellt werden, eventuell soll auch eine weitere Aufführung in Duisburg stattfinden.

Soweit also unser Jahresprogramm, das hoffentlich wieder Ihr Interesse findet. Programm-Details werden wir, wie üblich, jeweils rechtzeitig vor den Konzerten auf unserer Website verfügbar machen. Schauen Sie also immer mal wieder vorbei!

Rascher-Saxophonquartett spielt Stefan Thomas:

Das Concerto für Saxophon-Quartett und Kammerorchester von Klang-Köln-Mitglied Stefan Thomas wurde am 25. Oktober 2004 mit dem Rascher-Saxophonquartett und dem Lappländischen Kammerorchester unter der Leitung von John Storgards im finnischen Rovaniemi mit grossem Erfolg zur Uraufführung gebracht. Das Werk, das bei der Edition Gravis verlegt ist, entstand im Auftrag des Rascher-Saxophonquartett und liegt sowohl in einer Fassung für Soloquartett und Streichorchester, als auch in einer Fassung für Soloquartett und Kammerorchester mit kleiner Bläserbesetzung vor.

Stefan Thomas ist dem Rascher-Saxophonquartett schon lange freundschaftlich verbunden und hat bereits mehrere Werke für das Ensemble und seine Mitglieder geschrieben.

 

 Sascha Dragicevic erhält Bernd-Alois-Zimmermann-Preis

Wir freuen uns, einem KLANG-köln Mitglied zu einer besonderen Auszeichnung gratulieren zu können: der von der Stadt Köln alljährlich zu Ehren des grossen Kölner Komponisten Bernd Alois Zimmermann vergebene und mit 10.000 Euro dotierte Kompositionspreis geht in diesem Jahr an Sascha Dragicevic. Der 1969 in Bonn geborene Komponist, der an der Kölner Musikhochschule bei Krzysztof Meyer und York Höller Komposition sowie bei Hans Ulrich Humpert elektronische Musik studierte, zugleich bei Klaus Oldemeyer zum Pianisten ausgebildet wurde, erhält den Preis für seine innovative kompositorische Arbeit, der er sich dank des Preisgeldes nun wieder eine Zeit lang unbesorgt widmen kann. Im Klang-Köln e.V. trat Sascha Dragicevic zuletzt bei unserer Veranstaltung zum Kölner Kulturdonnerstag der Musik in Erscheinung, wo er zwei seiner Klavierstücke vorstellte und sich als Komponist, gemeinsam mit Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner, den Fragen des Publikums stellte.

Die Jury, bestehend aus Dr. Wolfgang Becker (WDR), Gisela Gronemeyer (Stadt Köln) und Vorjahressieger Steingrimur Rohloff, begründete ihre Wahl wie folgt:

"Der Komponist Sascha Dragicevic beeindruckt in seinen Werken durch klangliche Ideenfülle und Fantasie bei der Formgestaltung. Daneben sind die rhythmischen Einfälle durch ihre Agitation und Komplexität neuartig und interessant. Auf der harmonischen Ebene schafft Dragicevic Farbenreichtum, indem er akribisch grosszügige und raumgreifende Klänge kreiert.

Frühzeitig erweckte Dragicevic Interesse mit seinen Erkundungen von Raum-und Zeitphänomenen in Musik. In seinen Klavierstücken "näherkommende Ferne" und "Nähe kommender Ferne" brillierte er als Pianist und Komponist in Persunalunion mit musikalischen Darstellungen von gestauchter und gedehnter Zeitempfindung. Als interpretierender Komponist erhielt dafür beim internationalen AVW Piano-Composers' Cup in Hamburg den 1. Preis.

Wie überhaupt viele internationale Jurys bei Dragicevics Werken aufhorchten. So ging ein weiterer 1. Preis an ihn für sein hochenergetisches Streichquartett, für das ein physikalisches Phänomen Pate stand: "Windschatten" wurde beim polnisch-deutschen Kompositionswettbewerb "Forum Ost-West" prämiert. Schließlich noch ein 1.Preis für sein Werk "Malerba", das bei den Musiktragen in Hitzacker ausgezeichnet wurde. Hier erprobt der, immer auf neue Form-Entdeckungen neugierige Komponist, ein freies, organisch wachsendes, wucherndes Formgebilde.

In "Quarks" für Klavier und elektronische Klänge komponierte Dragicevic zuletzt feinst ziselierte Klanggestalten und erkundete, wie weit man elektronische und natürliche, instrumentale Klänge ineinander greifen lassen kann. Tatsächlich glückt diese Legierung vollends. Die beiden Dimensionen Klavier und Elektronik sind hier, für den Hörer auf verblüffende Weise, zu einem hochvirtuosen Meta-Instrument verquickt.

Zurzeit widmet sich Dragicevic einer Kammeroper. Und dies bringt sein Talent für das theatralisch Groteske an den Tag. Neben seiner Arbeit an sarkastisch, humorvollen Szenen, ist sein Interesse an der Ausschöpfung neuer klanglicher Mittel-sei es durch Elektronik oder ungewöhnliche Spieltechniken auf Instrumenten-stetig gewachsen. Die Neugier und die intellektuelle, kompositorische Leidenschaft, mit der Dragicevic an das Thema Musiktheater herangeht, lässt auf eine grossartige Bereicherung in diesem Felde hoffen."

Sisyphonien und Zentauriaden: Allerneuestes für Flöte und Klavier

Am 19. Oktober 2004, um 20.00 Uhr bieten wir in der Alten Feuerwache mit dem Duo 21 - das sind Barbara Rosnitschek, Flöte, und Christoph Maria Wagner, Klavier - einen Themenabend mit Neuheiten für Flöte und Klavier. Der Titel "Zentauriaden und Sisyphonien" greift die Namen zweier Werke des Programms auf und erhebt sie zum Motto. Dabei verbindet die Werke in diesem Konzertprogramm weniger der Rückgriff auf mythologische Figuren, als vielmehr die überzeitlichen Fragen, die schon Gegenstand des Mythos selber sind.

Das leidvolle Streben nach dem Unerreichbaren, wie es Sisyphos als Strafe erfuhr, ist letztlich auch allem künstlerischen Bemühen zueigen; und da spielt es kaum eine Rolle, dass Stefan Thomas in seiner Sisyphonie II eher an einer klanglichen Entsprechung der sinnlosen Bemühungen des Sisyphos interessiert war als an einer wehleidigen Klage des Künstlers.

Zentaur II von Valery Voronov, das für das DUO21 geschrieben wurde und diesem gewidmet ist, wird im Rahmen des Konzerts uraufgeführt werden. Der Zentaur, jenes Zwitterwesen aus Mensch und Pferd, verkörpert die beiden widerstreitenden menschlichen Gaben der Vernunft und der Emotion. Obgleich Voronov diesen Konflikt in ihrem Stück nicht explizit thematisiert, so spielt doch die Balance von Sinnlichkeit und Struktur bei jeder künstlerischen Arbeit eine grosse Rolle.

Zu hören sind weiterhin Stücke von Sidney Corbett, Beat Furrer  und Christoph Maria Wagner. Alle diese Komponisten sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren, gehören also der jüngeren Komponisten-Generation an und sind von verschiedenen ästhetischen Strömungen beeinflusst. Der Abend bietet somit auch Gelegenheit, sich über die neuesten Tendenzen zeitgenössischen Komponierens zu informieren.

Mit Barbara Rosnitschek und Christoph Maria Wagner konnten zwei ebenso virtuose wie kompetente Instrumentalisten gewonnen werden, die den Freunden des Klang-Köln e.V. bestens bekannt sind.

Die Programmdetails finden Sie >hier>.

Das Konzert wurde ermöglicht dank der grosszügigen Unterstützung des Kulturamt Köln Logo

 

"Wellenkreise" - Komponisten um Hermann Schroeder

Hermann Schroeder, der Kirchenmusiker, Komponist, Dirigent und Pädagoge, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden; seine Freunde und Bekannte begehen in diesem Jahr zugleich seinen 20. Todestag. Grund genug, des einflussreichen Meisters, dessen unversöhnliche konservative Gegenposition zur Kölner Neuen Musik Szene in den 50er/60er Jahren nicht unumstritten war, zu gedenken. Die Reihe MUSIK IN LINDENTHAL in Verbindung mit der "Hermann-Schroeder-Gesellschaft" hat zu diesem Zweck ein Konzert mit Werken Schroeders sowie einiger seiner Schüler - Hermann Große-Schware, Ferdinand Henkemeyer, Kurt Hopstein und Karlheinz Stockhausen - vorbereitet, das am Samstag, 9. Oktober 2004 um 18 Uhr im Kardinal-Höffner-Haus, Clarenbachstr. 5-15, 50931 Köln-Lindenthal, stattfinden wird.

Der Abend bietet eine willkommene Gelegenheit zum Wiederhören mit einem Klang-Köln-Veteran: Falko Steinbach sitzt als Pianist im Instrumentalensemble. Zugleich haben Sie Gelegenheit, Kompositionen eines Klang-Köln-Neumitglieds zu hören: von Ferdinand Henkemeyer, der in diesem Monat zu uns gestossen ist, erklingt der Zyklus "Wo bist Du ferne Stadt" für Sänger, Sprecher, und Instrumente nach Texten von Else Lasker-Schüler.

All unseren Mitgliedern und Freunden sei dieses Konzert herzlich anempfohlen. 

Unsere nächsten Konzert-Vorhaben:

Gitarre und Perkussion - zeitgenössische Musik aus drei Kontinenten

Ende Oktober oder im November 2004 (Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben), soll unsere Saison mit einem ganz besonderen Konzert ausklingen: zwei afghanische Musiker - der Gitarrist und Klang-Köln Mitglied Nangialai Nashir und der Perkussionist Hakim Ludin - warten mit einem Programm auf, das neuere Werke von Komponisten aus Europa (Wolfgang Bartsch, Stefan Thomas) und Nordamerika (Lou Harrison, George Crumb) mit Arrangements orientalischer Folklore, speziell aus Aserbaidschan, Iran, Afghanistan, Pakistan und Indien, konfrontieren wird. Dabei handelt es sich aber nicht um ein weiteres der inzwischen modisch gewordenen Crossover-Konzerte mit Bezug zur Worldmusic, die häufig kaum mehr als hybride Kreuzungen hervorbringen. Vielmehr wird man hier einer musikalischen Begegnung beiwohnen dürfen, in der sich die musikalischen Welten auf der Grundlage eines in langjährigem Umgang erworbenen gegenseitigen Verständnisses gegenüber treten, wie es selten der Fall ist: Beide Musiker sind gebürtige Afghanen, haben aber in Deutschland eine klassische Ausbildung auf ihren Instrumenten erworben. Nangialai Nashir gehört zu den talentiertesten und renommiertesten Gitarristen seiner Generation und hat sich zunächst stärker dem klassischen und zeitgenössischen Repertoire verschrieben, ohne darüber die Liebe für die Musik seiner Heimat zu verlieren. Hakim Ludin hat nach seinem Schlagzeug-Studium an der Musikhochschule Karlsruhe schnell seinen Platz in der Worldmusic-Szene gefunden, dort jedoch auch viel von seinen Erfahrungen mit der Neuen Musik einfliessen lassen, mit der er sich weiterhin intensiv beschäftigt. Der Dialog dieser beiden Musiker, die in Orient und Okzident gleichermassen verwurzelt sind, aber unterschiedliche Akzente bei der Pflege ihrer musikalischen Interessen und Traditionen gesetzt haben, geht somit weit über die blosse Zusammenkunft verschiedener Exotismen hinaus und verspricht vielmehr ein Gipfeltreffen zweier Musiker, die ihre musikalische Welt aus zwei Kulturkreisen schöpfen können.

Ein Erlebnis, dass Sie sich nicht entgehen lassen sollten!

>zurück zur Übersicht> 

 

Delos-Trio: Neue Musik für Violine, Violoncello und Gitarre

Voraussichtlich am 28. September diesen Jahres wird das Delos-Trio (das sind Gudrun Höbold, Violine, Dietmar Berger, Violoncello und Stefan Oefner, Gitarre) eine im gängigen Konzertgeschehen etwas ins Abseits geratene Kammermusik-Besetzung vorstellen und ihre ungebrochene - oder sollte man sagen: wiedergefundene - Vitalität unter Beweis stellen. Das Delos-Trio pflegt nämlich die zur Zeit des Biedermeiers und der Romantik recht beliebte Kammermusik für Streicher und Gitarre. Dieses Genre, das v.a. in Duo- bis Quintett-Formationen das nicht überall verfügbare Klavier durch die mobilere Gitarre ersetzte, fand in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten des 20. Jahrhunderts kaum noch Beachtung bei den Komponisten. Nicht zuletzt dank der Stimuli von Seiten spezialisierter Ensembles wie dem Delos-Trio ändert sich dies seit einiger Zeit - wie das Programm unseres Konzertes beweist, auf dem ausschliesslich Werke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen. Zu hören sind Kompositionen von Max Baumann, Jürg Baur , Wolfgang Fortner, Paul Hindemith, Hans-Martin Linde, Klaus Hinrich Stahmer, Stefan Thomas und Jörg Wette, darunter so manche Auftragskomposition des Delos-Trio.

Das Konzert soll am 24. September in der Alten Feuerwache stattfinden.

 

Neue Sachlichkeit versus Expressionismus

Unter diesem Titel werden wir mit einem Konzert am 30. Juni in der Aula der Universität zu Köln zwei Mitglieder des Klang-Köln e.V. ehren: Kurt Schwaen, der in diesem Jahr seinen 95. Geburtstag feiert, und Erwin Kuckerts, dem wir zum achtzigsten Geburtstag gratulieren können.

Beide Komponisten können als Vertreter einer Neuen Sachlichkeit gelten, die sich in gleicher Weise vom spätromantischen Rausch wie von der expressionistischen Ekstase zu distanzieren suchte. Auch die Abgrenzung von der Dodekaphonie oder zumindest von ihrer dogmatischen Verabsolutierung gehörte zu diesem Versuch eines Neuansatzes in der musikalischen Ästhetik, die in ähnlicher Weise auch von Komponisten wie Paul Hindemith in Deutschland oder den Vertretern der Groupe de Six in Frankreich mit so prominenten Autoren wie Francis Poulenc oder Darius Milhaud versucht wurde.

In unserem Konzert, das von den langjährigen Klang-Köln Mitgliedern Marlene Mild (Sopran) und Falko Steinbach (Klavier) sowie dem Schönberg Streichquartett bestritten werden wird, soll nun jene Konfrontation nachvollzogen werden, die beim Hören der oft musikantisch-spielerischen Werke der Neuen Sachlichkeit in Vergessenheit geraten kann: im ersten Teil erklingen Lieder und Klaviermusik von Schwaen und Kuckerts, denen im zweiten Teil ein gleichermassen spätromantisches wie expressionistisches Schlachtschiff in Gestalt des Zweiten Streichquartetts, op.10 fis-moll (mit Sopran-Solo), von Arnold Schönberg gegenübergestellt wird.  Ein Kontrast, wie er stärker kaum ausfallen könnte.
Das genaue Programm finden Sie jederzeit im Internet - klicken Sie einfach hier.

Wir danken der SK Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Köln für die freundliche Unterstützung.

>zurück zur Übersicht> 

 

 

Mai-News 2004

Köln 2010  - aus der Traum!

Aller lokalen Begeisterung zum Trotz hat sich die NRW-Jury um Michael Vesper gegen Köln und für Essen als landesweiten Kandidaten für die Bewerbung um den Rang der Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010 entschieden. Das ist bedauerlich und gerade angesichts der in den letzten Wochen spürbaren Anteilnahme der Bevölkerung - die den Slogan "Wir leben das!" tatsächlich umgesetzt hat - auch enttäuschend. Die bange Frage aller Kulturträger und -Schaffenden in Köln ist nun: Leben wir das auch weiterhin?! Oder wird sich die ohnehin kostenneutral zusammengeschusterte Kulturoffensive der Stadtväter in den kommenden Monaten als Strohfeuer erweisen, das nach dem Wegfall der Ausgangsmotivation in sich zusammenbricht und nur verbrannte Erde hinterlässt?

Diese Sorgen sind nicht unbegründet und gerade die Freie Musikszene muss befürchten, nun noch stärker als bisher den Sparmassnahmen zum Opfer zu fallen. Vor diesem Hintergrund mag es tröstlich sein, dass die Kölner mit ihrer deutlichen Unterstützung aller kulturellen Sparten - auch und gerade der freien Initiativen - ein klares Votum für den Erhalt der Breitenkultur in ihrer Stadt abgegeben haben. Immerhin sind Kultursonntagsbesucher in regelmässigen Abständen auch Wähler.

Klang-Köln KulturDonnerstag im Tersteegenhaus:
Ein Dank an alle Mitwirkende und an das Publikum!

Unser Vereinsbeitrag zum KulturDonnerstag wurde glücklicherweise weder von einer vorzeitigen Nachricht des Bewerbungsfehlschlags noch vom sommerlichen Klima überschattet: trotz des herrlichen Vatertagswetter hatte sich ein recht zahlreiches Publikum im Sülzer Tersteegenhaus eingefunden, das der dreieinhalbstündigen Veranstaltung interessiert und immer wieder sogar begeistert folgte. Grund dazu gab es genug: schon die erste Vortragsgruppe um den Gitarristen Nangialai Nashir, unterstützt von Ursula Berger (Violine) und Claudia Schott (Cembalo) bot einen fesselnden Einstieg ins Programm und zeigte die musikalischen Potentiale des Vereins.

Das anschliessende Gespräch mit Rainer Nonnemann und Albrecht Zummach von der Kölner Gesellschaft für Neue Musik über die Situation der Freien Musikszene Kölns im Allgemeinen und der KGNM und des Klang-Köln e.V. im Besonderen geriet zwar zur Podiumsdiskussion, doch umrissen die kompetenten Ausführungen unserer Gäste sowohl die Probleme als auch die Stärke der Freien Musik in Köln.

Stars des Nachmittags waren zweifellos die vier Damen des Ensemble flautando köln, die direkt von ihrem Vormittagsauftritt in der Philharmonie zu uns gekommen waren. Mit einem zeitgenössischen Werk und einem Chanson aus der Renaissance gab das Ensemble eine beeindruckende und mitreissende Visitenkarte ab und stellte seine Vielseitigkeit unter Beweis. Im anschliessenden Gespräch über die Arbeit der MusikerInnen kam neben der bemerkenswerten künstlerischen Offenheit dieses Blockflötenquartetts auch die innovative Form der Selbsverwaltung und -Vermarktung des Ensembles zur Sprache.

Der letzte Teil des Nachmittags war der zeitgenössischen Musik gewidmet und stellte mit Sascha Dragicevic, Stefan Thomas und Christoph Maria Wagner drei im Verein wohlbekannte Kölner Komponisten in den Mittelpunkt. Alle drei Tonsetzer führten zunächst ihre Doppelbegabung als Komponisten und Pianisten vor, indem sie eigene Werke am Klavier vortrugen. Im Gespräch mit dem Publikum nahmen sie Stellung zum Begriff des "Jungen Komponisten", zur wirtschaftlichen Situation der Komponisten und zur problematischen Tätigkeit des Kompositionsunterrichts.

Werke für Flöte(n) von Goffredo Petrassi und Olivier Messiaen- mit Filine Precht und Irina Mahlmann (Flöte) - beschlossen einen anregenden Nachmittag, der einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Bereiche gab, durch die und in denen Initiativen wie der KLANG-köln e.V. ihren Beitrag zum kulturellen Reichtum Kölns leisten. Wir leben das eben schon länger!

 

Zum KulturDonnerstag der Musik:

Donnerstag, 20. Mai 2004 - ab 14:30 bis ca.18:30
Tersteegenhaus, Emmastrasse 6, 50937 Köln

...z.B. KLANG-köln e.V.:
Ein Nachmittag mit und über Musik aus der Freien Musikszene

Auch KLANG-köln gehört zu den Unterstützern der Kölner Kulturhauptstadtsbewerbung - nicht zuletzt im eigenen Interesse: nur mit der Perspektive 2010 ist mittelfristig ein kulturpolitisches Klima zu erhoffen, in dem die Freie Musikszene nicht gänzlich dem Sparzwang geopfert wird.

Vor allem aber glauben wir, dass die Freie Szene keineswegs auf die Chance einer Selbstdarstellung im Rahmen der Bewerbung verzichten sollte: schliesslich ist der Beitrag der Freien Initiativen ganz wesentlich für die kulturelle Vielfalt Kölns und die Basis, sozusagen die Wurzel auch der kulturellen Hochglanzleistungen. Fraglos verdankt sich z.B. Kölns Ruf als ein Zentrum der musikalischen Innovation nicht zuletzt vieler Initiativen der Freien Musikszene.

Mit unserem "Nachmittag mit und über Musik" wollen wir im Zusammenhang mit der Kölner Bewerbung genau darauf hinweisen und freuen uns, dabei auch die Unterstützung und aktive Beteiligung anderer Initiativen begrüssen zu können: die KGNM, die rund um den 20. Mai ihrerseits auch ihr grosses Musikfest veranstaltet, wird einen Vertreter entsenden, auch das Forum Klettenberg schickt einen Repräsentanten und der Initiativkreis Freie Musik ist auch dabei.

Neben Gesprächen und Informationen zur Freien Musikszene in Köln gibt es aber auch musikalische Darbietungen, bestritten gänzlich von Vereinsmitgliedern und Ihren Ensembles. Auf dem Programm steht - jeweils zur vollen Stunde, also um 15 Uhr, 16 Uhr, 17 Uhr und 18 Uhr:

Musik der letzten fünf Jahrhunderte von Pierre Sandrin, Georg Philipp Telemann, Manuel Ponce, Enrique Granados, Olivier Messiaen, Jordi Rossinyol, Christoph Maria Wagner, Stefan Thomas und Sascha Dragicevic.

Dazwischen Gespräche über die Arbeit freiberuflicher Musiker, Komponisten und freier Musikinitiativen in Köln mit den ausführenden Musikern, sowie mit Vertretern von Kölner Gesellschaft für Neue Musik, Forum Klettenberg und des Initiativkreis Freie Musik - und natürlich des KLANG-köln e.V.

Freuen Sie sich auf Flautando Köln (Blockflötenquartett), Ursula Berger (Violine), Sascha Dragicevic (Komponist+Pianist), Nangialai Nashir (Gitarre), Filine Precht (Traversflöte+Flöte), Claudia Schott (Klavier/Cembalo), Stefan Thomas (Komponist+Pianist), Christoph Maria Wagner (Komponist+Pianist).

Ausserdem gibt es Kaffee und Kuchen!

Den Nachmittag moderiert Johannes U. Müller.

Weitere Details zum Programm finden Sie <hier>.

 

April-News 2004

 

Die Kölner Szene rückt zusammen:
KLANG-köln und KGNM künftig gemeinsam für die Neue Musik in Köln

 Die öffentlichen Kassen sind leer, die Kulturpolitik mauert und das Publikum ziert sich, der freien Musik-Szene bei Programmen mit zeitgenössischer Musik den Rücken zu stärken - so ungefähr lässt sich die Situation der lokalen Initiativen im Bereich der Neuen Musik beschreiben, selbst in der einstigen Hochburg musikalischer Avantgarde Köln. Warum also nebeneinander her oder gar gegeneinander operieren, wenn man gemeinsam mehr erreichen kann.

Genau diese Einsicht hat sich unabhängig voneinander in den jeweils neu gewählten Vorständen sowohl der Kölner Gesellschaft für Neue Musik (KGNM) als auch des KLANG-köln e.V. durchgesetzt und zu ersten Gesprächen über eine künftige Kooperation geführt. Erste konkrete Schritte wurden bereits beschlossen: so wollen wir den internen Informationsaustausch verbessern und unsere Öffentlichkeitsarbeit vernetzen, also die jeweiligen Mitglieder und Freunde im Post- bzw. Email-Verteiler auch über die Aktivitäten des jeweils anderen Partners informieren.

KGNM-Musikfest

Mit Vergnügen weisen wir daher auf das bevorstehende Musikfest der KGNM hin, das am Freitag, 14. Mai 2004, mit einem Konzert im Japanischen Kulturinstitut eröffnet wird und von Donnerstag, 20. Mai, bis Samstag, 22. Mai, mit Konzerten jeweils um 20 Uhr in der Alten Feuerwache stattfindet. Die KGNM präsentiert in diesen Konzerten 26 Werke von 24 Komponisten mit 50 Interpreten und bietet damit sozusagen eine umfassende Leistungsschau zeitgenössischer Musikarbeit in Köln. Die jeweils neuesten Informationen zu diesen Konzerten können sie auf unserer Website abrufen: die KGNM füttert uns regelmässig mit Updates und weiteren Programmdetails.<Programm des KGNM-Musikfests>

Schon für das nächste Jahr sind gemeinsame Projekte ins Auge gefasst worden, die aber erst im Anschluss an das KGNM-Musikfest genauer abgestimmt und geplant werden sollen. Es wird sich in jedem Fall um Projekte an den Schnittpunkten der Arbeit unserer Vereine handeln: dem Bemühen um eine publikumsnahe Vermittlung des zeitgenössischen Musikschaffens, der Annäherung an neue Publikumskreise und dem Versuch, jungen innovativen Musikern ein Forum zu bieten.

Sie können sich also auf etwas gefasst machen!

 

März-News 2004

Trio e-mex spielt Neue Musik für Klarinette, Violoncello und Klavier

Nach längerer Winterpause nimmt Klang-Köln e.V. endlich seine Konzerttätigkeit wieder auf: am 16. März 2004, um 20.30 Uhr, im Loft (Wißmannstraße 30 - 50823 Köln) eröffnen wir unsere Saison 2004 mit einem Konzert, das neuesten Werken für die Trio-Besetzung Klarinette, Violoncello und Klavier gewidmet ist. Es spielt das exzellente und den regelmässigen Besuchern unserer Konzerte wohlbekannte Trio e-mex mit Joachim Striepens, Klarinette, Burkart Zeller, Violoncello und Martin von der Heydt, Klavier. Besuchen sie die Programm-Details auf unserer Website.

Das Klarinetten-Trio ist bereits seit Mozarts Kegelstatt-Trio (wenngleich hier die Viola an die Stelle des Cello tritt) eine etablierte Gattung mit einem noch immer überschaubaren, aber substanzreichen Repertoire: u.a. Beethoven, Brahms, Schumann, Weber und Reger haben dieser Besetzung grosse Werke gewidmet und auch in jüngerer Zeit reizte die Kombination von Holzblasinstrument, tiefem Streichinstrument und Klavier vielfach die Inspiration der Komponisten.

In unserem Konzert werden einige höchst unterschiedliche Stücke der jüngeren Komponistengeneration vorgestellt, in einem Programm, das einer Logik der Gegensätze zu folgen scheint: zunächst Stefan Thomas Trio "Ernste Gesänge" und dessen Annäherung an den grüblerischen Tonfall jenes späten Brahms, der auch die Klarinette für seine letzten Kammermusikwerke entdeckte; dann Carola Bauckholts sich von der Tradition emanzipierender Versuch, in ihrem Klarinettentrio musikalische Entsprechungen für Lichtwerte einzufangen. Anschliessend die "durchscheinende Etüde IV/d" von Caspar Johannes Walter, in der Zufallsoperation und planvolles Gestalten zu einer sehr persönlichen Tonsprache finden, gefolgt von Sven Ingo Kochs gezielt gesetzten Gegensätzen, aus denen er gegen Ende seines Stückes "M und J und nicht anders (die Utopie nicht vergessen)" die "Utopie des Zusammenspiels" aufscheinen lässt. Mit dem Entstehen und Vergehen verschiedener musikalischer Strukturen spielt "Entfaltungen II" von Erik Janson, während Valerio Sannicandro in seinem Stück "repercussio" strukturelle Beständigkeit durch pulsierende Tonrepetitionen  demonstriert.

Verschiedene kompositorische Ansätze treffen also in diesem Programm aufeinander und werden vereint die vielfältigen Möglichkeiten dieser aparten Trio-Besetzung ausleuchten.  Zugleich bietet das Konzert damit auch einen Einblick in die Vielfalt heutigen Komponierens.

Freuen Sie sich mit uns auf einen kontrastreichen, spannenden Trio-Abend.

Wir hoffen, Sie sind dabei

am Dienstag, 16. März 2004, 20,30 Uhr

im Loft, Wißmannstr. 30 (U-Bahn Linie 5, Haltestelle Liebigstrasse, von der Subbelratherstrasse stadteinwärts rechts in Wißmannstrasse einbiegen)

Klang-Köln rät: Hören Sie mal wieder Radio!

Seit einigen Wochen sind wir mit unseren regelmässigen Radio-Hörempfehlungen online. Mit einer guten Woche Vorlauf können Sie sich auf dieser Service-Seite unserer Website Anregungen zum Radioprogramm holen. Für jeden Tag finden Sie hier einen kommentierten Vorschlag, wobei sich unsere Hörtips am Auftrag und an den Interessen des Vereins orientieren: vor allem also Programmen jenseits der ausgetretenen Repertoire-Pfade, Sendungen rund um die Neue Musik, aber auch Beiträgen, die sich neu zu entdeckender Musik widmen oder neue Perspektiven auf Bekanntes eröffnen gilt unser Augenmerk und unser hinweisender Zeigefinger. Ein kurzer Kommentar erläutert Ihnen, warum wir die aufgeführte Sendung Ihrer Aufmerksamkeit empfehlen.

Es lohnt sich, hier in regelmässigen Abständen vorbeizuschauen und die aktuellen Vorschläge abzurufen.

Viele Grüsse und weiterhin neugierige Ohren

wünscht Ihnen

Ihr

KLANG-köln e.V.

 

Januar/Februar-News 2004

Mitgliederversammlung vom 3. Februar 2003:
Klang-Köln e.V. hat einen neuen Vereinsvorsitzenden!!

Auf der Mitgliederversammlung am Dienstag, 3. Februar 2003, standen satzungssgemäss Neuwahlen des Vorstands an. Wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt stand unsere bisherige Vorsitzende, Frau Katrin Kirsch, aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger schlug sie den bisherigen Medienreferenten, Johannes Müller, vor. Der stellvertretende Vorsitzende, Stefan Thomas, und die Kassenwärtin, Filine Precht, kandidierten erneut für ihre Ämter. 
Die Mitgliederversammlung wählte im Anschluss an die Vorstellung der Kandidaten einstimmig den neuen Vorstand für die kommenden beiden Jahre:

Vorsitzender: Johannes U. Müller
Stellv. Vorsitzender: Stefan Thomas
Kassenwart: Filine Precht

Unser Dank gilt der scheidenden Vorsitzenden Katrin Kirsch, die sich in den schwierigen Zeiten knapper Kassen darum bemüht hat, den Verein nicht völlig unter die Räder des Sparkarrens kommen zu lassen.
Was sonst noch auf der Mitgliederversammlung diskutiert und beschlossen wurde, können Sie demnächst dem Sitzungsprotokoll entnehmen: eine der Entscheidungen betraf nämlich die Website des Vereins, die weiter ausgebaut werden und u.a. auch offizielle Vereinsunterlagen veröffentlichen soll.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Einführung von Serviceangeboten auf der Website diskutiert. Besonderen Anklang fand der Vorschlag, regelmässig kommentierte Radio-Hörempfehlungen zu veröffentlichen, in denen wir auf Radiosendungen hinweisen, die den Interessen des Vereins nahestehen: vor allem also Programme jenseits der ausgetretenen Repertoire-Pfade, Sendungen rund um die Neue Musik, aber auch Beiträge, die sich neu zu entdeckender Musik widmen oder neue Perspektiven auf Bekanntes eröffnen. Ideal wäre es, wenn sich mehrere Mitglieder diese Aufgabe teilen könnten. Stefan Thomas hat sich bereit erklärt, den Anfang zu machen, sodass wir immerhin schon einmal einen Testbetrieb aufnehmen konnten!!

Noch immer befinden wir uns in der Winterpause, aber die Planungen für das laufende Jahr nehmen langsam Form an. Leider zwingt uns die Finanzunsicherheit zu einer kurzatmigen Organisationsweise: wir wissen zwar, welche Veranstaltungen wir machen wollen, aber wir wissen leider nicht, welche wir finanzieren können.  Wir werden Sie aber von Fall zu Fall rechtzeitig informieren.
Schauen Sie bald wieder mal vorbei

Ihr
KLANG-köln e.V.


Dezember-News 2003

  • Allen Anlass zur Freude gab das Konzert am 14. November 2003 im Kulturforum Franziskanerkloster in Kempen: das auf unsere Initiative hin vom WDR in Zusammenarbeit mit dem polnischem Institut Düsseldorf und Kempen Klassik e.V. ausgerichteten Porträtkonzert zu Ehren des 60. Geburtstag von Krzysztof Meyer hatte ein ebenso zahlreiches wie wohlwollendes Publikum gefunden. Die hochkarätigen Solisten, denen sich der Komponist höchstpersönlich als Klavierbegleiter in seiner eigenen Sonate für Violoncello und Klavier hinzugesellte (Pavel Gililov musste im letzten Moment wegen Krankheit absagen, sodass es nicht zur angekündigten Uraufführung der jüngsten Klaviersonate Meyers kam), wurden gebührend gefeiert und mit der Anerkennung durch den glücklichen Jubilar belohnt.
    Tiefen Eindruck hinterliess nicht zuletzte das Wilanow-Quartett, das im zweiten Teil mit seinen eindringlichen und klangschönen Interpretationen der letzten beiden Streichquartette des polnischen Meisters überzeugte und damit fast in Konzert im Konzert gab. 
  • Das Konzert vom 7. November 2003 in Sankt Peter fiel der Presse positiv auf. Wenn Sie hier klicken, können Sie eine Textversion der Kritik lesen - oder besuchen Sie direkt die Seiten des Kölner Stadtanzeigers vom 11. November 2003, wo Sie auch einen visuellen Eindruck des Konzerts erhalten können:
  • Musik hat kein Gramm Fett zu viel
    Der Kölner Komponist Stefan Thomas, der Gedichte von Jorge Luis Borges und Hermann Hesse vertont hat, spielt mit Elementen aus dem Barock. In St. Peter wurde sein Werk aufgeführt.

  • Auch unser Konzert am 21. Oktober 2003 wurde von der Kritik freundlich aufgenommen.
  • Lesen Sie hier die Besprechung in der Kölnischen Rundschau vom 24.10.2003: 
    Vier Geister für ein Instrument (von Olaf Weiden)

  • Die Veranstaltungsreihe von Klang Köln e.V. macht jetzt eine Winterpause; die nächsten Veranstaltungen sind für das Frühjahr 2004 geplant. Neben der Detailplanung der kommenden Saison wollen wir uns in den kommenden Wochen mit der Pflege und Verbesserung unserer Website beschäftigen. Schauen Sie also immer mal wieder vorbei - es wird stets etwas zu entdecken geben!

    Ausserdem werden wir nach und nach über den Stand unserer Konzertplanung Auskunft geben. 

    Also: auf bald !


November-News 2003

Konzert am 7. November 2003
SANKT PETER, Leonhard Tietz Str. 6, KÖLN !!
("Laberintos" mit Werken von Stefan Thomas, Maki Ishii und Georg Philipp Telemann) 

Alte Musik auf neuen Instrumenten ist nach wie vor nichts Ungewöhnliches - aber Neue Musik auf alten Instrumenten? Das ist schon seltener. Doch ist dies nur eine der Besonderheiten unseres Konzerts am Freitag, den 7. November 2003, 20:00 Uhr, zu dem wir Sie herzlich in den Kirchenraum von Sankt Peter, Jabachstr.1, Köln, einladen. 

"Laberintos" - "Labyrinthe" - ist das Programm überschrieben, weil es in mehrfacher Hinsicht labyrinthisch zugehen wird und Wir, das Publikum, auf eine verschlungene, verwirrende, aber auch poetisch verwunschene Klangreise durch die Musikgeschichte geschickt werden. Durch dieses Labyrinth wird uns der Kölner Komponist und Klang-Köln Mitglied Stefan Thomas führen, unterstützt von den Musikern des Ensemble All'ombra unter solistischer Mitwirkung der Sopranistin Ruth Weber und der Kölner Blockflötistin Katharina Hess. 
Wie in einem richtigen Labyrinth werden wir auch auf dieser Klangreise schon bald nicht mehr wissen, ob es vorwärts oder rückwärts geht.  So zum Beispiel wenn auf Georg Philipp Telemanns spätbarocke Triosonate a-moll für Blockflöte, Violine und Basso Continuo vier Cembalostudien von Stefan Thomas folgen. Der nämlich fragte sich bei der Komposition seiner "Four Toys", was wohl die experimentierfreudig verspielten Virginalisten der englischen Renaissance mit einem moderneren Instrument und mit dem Wissen um zeitgenössische Satztechniken angestellt hätten. Maki Ishii wiederum stemmt sich in seinem Solo für Blockflöte "East-green-spring" verzweifelt gegen die barocke Tradition des Instruments und setzt ihr jene seiner asiatischen Heimat entgegen.

Solcherart bizarre Gedankenspiele sind typisch für die surreale Poesie des Jorge Luis Borges. Ihm hat Stefan Thomas mit seinem Liederzyklus "Laberintos" für Sopran, Blockflöte und Barockvioline eine gleichermassen betörende wie verstörende Hommage gewidmet, in der die labyrinthischen Seelenwindungen der Dichtung Borges zum erklingen gebracht werden. Damit hat er ein Werk geschaffen, dass in die Tradition der geistlichen Kammerkantate gestellt und mit ihr konfrontiert werden kann: z.B. mit Telemanns Kantate "Seele lerne dich erkennen" - ein weiterer Ausflug in das Labyrinth der Seele. 
Wer seinen Weg aus dem Labyrinth nicht mehr heraus findet, sollte nicht den Kopf verlieren. Mahnend erhebt unser Reiseleiter denn auch den Zeigefinger und beschliesst das Konzert mit "Kopflosigkeiten" nach Texten von Hermann Hesse, einer weiteren Kammerkantate von Stefan Thomas für die delikate Besetzung Sopran, Violine und Kontrabass. 

Den Ausgang von Sank Peter werden wir sicher finden, auch wenn wir gut beraten sind, es nicht allzu eilig damit zu haben: einem organisatorischen Missgeschick und der freundlichen Hilfsbereitschaft von Sankt Peter verdanken wir es, dass dieses Konzert entgegen anderslautenden Vorankündigungen in einem vor Kurzem radikal neugestalteten gotischen Kirchenraum stattfinden kann, vor einem Altar nach Entwürfen des unlängst verstorbenen Bildhauers Edoardo Chillida. Gotik, moderne funktionale Innenarchitektur und zeitgenössische Kunst formen hier ein ästhetisches Labyrinth, das in wunderbarer Weise unser Konzertprogramm in den Raum hinein erweitert und ergänzt. Ein besseres Missgeschick hätte uns nicht widerfahren können und wir danken der Gemeinde Sankt Peter sehr herzlich für Ihre Gastfreundschaft!

 

Näheres zum Programm erfahren Sie hier.  

Oktober-News 2003

Unser nächstes Konzert wird am Dienstag, den 21. Oktober im  Loft, Wißmannstraße 30 in Köln-Ehrenfeld um 20.30 Uhr stattfinden. Dazu laden wir Sie herzlich ein ! 

Vierhändiges Klavierspiel weckt bei den allermeisten Zuhörern immer noch Assoziationen an gepflegte Hausmusik. 

Bei unserer Veranstaltung düften diese Verbindungen höchstwahrscheinlich nicht hergestellt werden, denn der Pianist, Komponist, und Dirigent Christoph Maria Wagner, dem regelmäßigen Besucher unserer Konzerte bestens bekannt, steht durchaus für andere Werte. Da er mit Thomas Mombaur einen gleichwertigen kompositorischen und pianistischen Mitstreiter gefunden hat, darf man auf ein besonderes musikalisches Herrendoppel gespannt sein. 

Auch die Werkauswahl, die neben Kompositionen der beiden Ausführenden Debussys Six Epigraphes antiques und Ravels La valse präsentiert, verspricht durchaus keine kontemplative Behaglichkeit. Vielmehr darf man auf Stücke gespannt sein, bei denen die manuellen und klanglichen Möglichkeiten beider Spieler voll zur Geltung kommen werden.

Näheres zum Programm erfahren Sie hier.

 


[Home] [Wir über uns] [Konzerte] [Künstler] [Radio-Tips] [Pressespiegel] [Kontakt/Impressum]

Anfragen und Vorschläge:
info@klang-koeln.de